Der sächsische Piratenchef Florian André Unterburger sieht seine Partei nur in einem "Zwischentief". "Das ist eine Phase, die wir definitiv bis zur Bundestagswahl hinter uns gelassen haben", sagte der 25-Jährige am Freitag. In Sachsen verlaufe die Entwicklung gut. "Wir haben uns vom Bundestrend ziemlich freigeschwommen."

Während es in einigen Landesverbänden und damit auch auf Bundesebene einen Mitgliederschwund gebe, sei der Trend in Sachsen leicht positiv. Nach Angaben von Unterburger gibt es derzeit etwa 900 Piraten in Sachsen. Bis auf den Zwickauer Raum sei die Partei flächendeckend präsent. Unterburger hält Sachsen zwar nicht für eine "Piraten-Insel der Glückseligkeit". "Allerdings ist bei uns die Stimmung gut. Das liegt daran, dass wir uns auf die Programm- und Sacharbeit konzentrieren."

Es gebe durchaus einen Zusammenhang zwischen Personalquerelen und schlechten Umfragewerten. Eine Krise könne auch leicht herbeigeredet werden. "Das hat aber nichts mit unseren grundsätzlichen Inhalten und Positionen zu tun. Ich bin überzeugt von dem, was in unserem Programm steht", sagte Unterburger.

Der Geschichtsstudent geht davon aus, dass seine Partei den Sprung in den Bundestag schafft und auch die Klippen für die Landtagswahl 2014 in Sachsen umschifft. Nach den Worten Unterburgers hängt das gute Klima bei den Sachsen-Piraten auch mit der guten Vernetzung untereinander zusammen. "Das ist extrem wichtig, um gegenseitiges Vertrauen zu schaffen."

In Sachsen gebe es auch viel Kontakt zwischen Piraten und nicht nur "virtuelle Kommunikation". "Wir haben vielleicht nicht das dickste Parteiprogramm. Aber wir versuchen, uns voll in die Aufgaben zu stürzen. Das ist die beste Motivation, um nicht über die Querelen nachzudenken." Sachsens Piraten seien kompromissorientiert. "Wir arbeiten stark darauf hin, die verschiedenen Strömungen zu verbinden." Das sei bundesweit noch nicht gelungen.

Ein Problem freilich deckt sich mit dem der Piraten anderswo: Es fehlt an weiblichen Galionsfiguren. Die Partei sei stark von Männern dominiert. Unterburger sieht darin kein spezielles Piratenproblem. Frauen seien leider auch in technischen Berufen und in Leitungsebenen unterrepräsentiert. Deshalb wolle er Frauen ermuntern, Verantwortung bei den Piraten zu übernehmen.