Auf Bundesebene haben die beiden großen Volksparteien, SPD und CDU, seit 2000 insgesamt rund 375 000 Mitglieder verloren. Für den Berliner Politikwissenschaftler Prof. Peter Lösche hängt das in erster Linie damit zusammen, dass die Mitgliedschaft überaltert ist. „Den Parteien rennen nicht die Mitglieder weg, sondern sie sterben ihnen weg“, erklärt Lösche gegenüber der RUNDSCHAU.

Da die SPD in Sachsen – ebenso wie die Grünen – eine Neugründung ist, hat sie mit diesem Problem weniger zu tun. Die Sozialdemokraten konnten in den zurückliegenden zehn Jahren sogar gut 600 Mitglieder dazu gewinnen (Stand: 4466). Dramatisch sieht dagegen der Rückgang bei der CDU aus: Von 16 630 Mitgliedern im Jahr 2000 sackte man auf 12 263 ab. Bei der Linkspartei beträgt der Aderlass in demselben Zeitraum sogar mehr als 10 000 Parteimitglieder, was auf die starke Überalterung zurückgeführt wird. Die Liberalen, Regierungspartner der CDU, pegeln sich nach einem Minus von mehr als 200 auf 2532 Mitglieder ein.

Gewinner im Mitglieder-Ranking sind wie auf Bundesebene Bündnis 90/Die Grünen und zuletzt auch die Piratenpartei. Versuchten es die Grünen lange, die 1000er-Grenze zu überspringen, so hat sie der Bundestrend jetzt auf das Hoch von 1285 Mitgliedern gebracht. Der Sprung über die 1000-Mitglieder-Marke soll bis zum Jahresende auch in Brandenburg gelingen (zurzeit 931). Für den märkischen Landeschef Benjamin Raschke ist das ein Zeichen dafür, „dass wir mit unseren Inhalten über den Landtag mehr wahrgenommen werden“.

Piraten von 18 bis 70 Jahren

D urchgestartet sind nach dem Einzug der Piratenpartei ins Berliner Abgeordnetenhaus auch die Sachsen: 426 Mitglieder. In Brandenburg ist man gar bei 605 angekommen. Landesgeschäftsführer Holger Kipp: „Das sind keineswegs nur junge Leute. Die Altersspanne reicht von 18 bis 70 Jahren .“ Kommentar Seite 2