Rico Gebhardt bleibt Vorsitzender der Linken in Sachsen. Der bekennende Realpolitiker, der noch vor seiner Wahl am Samstag eindringlich für ein rot-rot-grünes Bündnis in Sachsen geworben hatte, erhielt bei seiner Wahl am Samstag allerdings weniger Stimmen als noch vor zwei Jahren. Mit 69,5 Prozent verfehlte er deutlich sein gestecktes Ziel von mindestens 80 Prozent. "Das Ergebnis ist der Beweis, dass der Weg innerhalb der Linken ein schwieriger ist", sagte der 50-Jährige. "Ich glaube daran, dass Rot-Rot-Grün möglich ist. In Sachsen noch mehr als im Bund", hatte Gebhardt um Zusammenarbeit der Opposition geworben.

CDU und FDP müssten abgelöst werden. Er kenne und respektiere die Unterschiede zwischen den potenziellen Partnern. "Aber ich interpretiere sie nicht als Hindernisse, sondern als Ausgangspunkt für den Arbeitsauftrag, für die Menschen in Sachsen gemeinsam zu handeln."

Auch der wiedergewählte Vize-Vorsitzende Stefan Hartmann argumentierte in diese Richtung. Er forderte einen klaren Lagerwahlkampf. Den gebe es aber nur auf Augenhöhe - SPD und Grüne müssten sich dazu bekennen.

Gebhardt empfahl den Sozialdemokraten, nicht weiter auf eine Zusammenarbeit mit der CDU nach der Landtagswahl 2014 zu hoffen. Sonst komme sie wieder nicht über die Zehn-Prozent-Marke hinaus. SPD-Partei- und Fraktionschef Martin Dulig - mit dem er gern weiter zusammenarbeiten wolle - solle besser rechtzeitig auf eine andere Karte setzen. Auch den Grünen sei in der Vergangenheit eine zu große Nähe zur CDU schlecht bekommen, sagte Gebhardt. "Probieren Sie doch mal was anderes", sagte er Richtung Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau.

Über ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2014 will die Linke auf einem Parteitag im November in Leipzig entscheiden. Eine Befragung von Mitgliedern und Sympathisanten oder gar einer noch breiteren Öffentlichkeit wird es nicht geben.