Das Ja zu solch einer basisdemokratischen Wahl knüpften der Landesvorstand und die Kreisvorstände aber an Bedingungen, die demnächst mit anderen Landesverbänden und dem Parteivorstand beraten werden sollen. So soll es pro 4000 Parteimitglieder mindestens eine Regionalkonferenz geben, auf denen sich die Bewerber selbst vorstellen.

Spitzenpolitiker der Linken aus ganz Deutschland hatten sich am Samstag bei einem Treffen in Thüringen erst einmal gegen ein Mitgliedervotum in dieser Frage ausgesprochen. Der Bundesvorstand sowie die Landes- und Fraktionsvorsitzenden wollen noch einmal mit der Basis diskutieren und im Januar 2012 entscheiden, wie sie weiter vorgehen.

Die Sachsen mit dem mitgliederstärksten Landesverband drängen deutlich auf einen fairen innerparteilichen Wahlkampf. „In den Konferenzen sind Themen und Strategien Diskussionsinhalt und nicht die Diffamierung von Akteurinnen“, hieß es in der Mitteilung. Landesvorsitzender Rico Gebhardt erklärte, es müsse eine „rechtskonforme, gerichtlich nicht anfechtbare Durchführung eines Mitgliederentscheides geben“. Die Linke, in der es seit Monaten eine Führungsdebatte gibt, wählt nach jetziger Planung im Juni 2012 auf einem Parteitag in Göttingen einen neuen Vorstand. Die jetzige Doppelspitze mit Gesine Lötzsch und Klaus Ernst hatte immer wieder mit internen Streitereien zu kämpfen, etwa bei der Haltung zum Berliner Mauerbau. Zudem musste die Partei im Superwahljahr 2011 mehrere Schlappen bei Landtagswahlen einstecken. Der stellvertretende Bundestags-Fraktionschef Dietmar Bartsch hat bereits Amtsinhaber Ernst herausgefordert und seine Kandidatur angekündigt.