Für die steigende Zahl von Flüchtlingskindern in Sachsens Schulen bereitet Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) neuen Lehrernachschub vor. Zugleich versprach die CDU-Politikerin am Donnerstag, dass die Qualitätsstandards in der Bildung nicht sinken würden. Mittlerweile kommen wieder mehr Geflüchtete im Freistaat an. Das Land bereitet weitere Unterkünfte für die Unterbringung von Asylbewerbern vor. Auch soll der Stadtumbau Ost laut Bauminister Narkus Ulbig (CDU) nun auf den Prüfstand.

Über Details des geplanten Einstellungspakets für Lehrer liefen derzeit regierungsintern Gespräche, sagte Kurth in Dresden. In den kommenden drei Wochen wolle sie mehr bekanntgeben. „Das wird, wie schon bisher, sehr gut angelegtes Geld sein, was wir in die Köpfe der Flüchtlingskinder investieren“, sagte die CDU-Politikerin.

„Es gibt keinen Anlass für Hysterie beziehungsweise Pessimismus“, sagte Kurth und spielte auf ein Szenario an, das die AfD-Landtagsfraktion kürzlich entworfen hatte, als sie von einem „Kollaps“ an Sachsens Schulen sprach. Die AfD habe Flüchtlingskinder und sächsische Schüler gegeneinander ausgespielt, kritisierte Kurth. „Das ist ein fürchterliches, das ist ein sehr, sehr gefährliches Spiel.“ Wenn Flüchtlingskinder bereit seien zur Integration, seien sie keine Belastung, sondern eine Bereicherung für die Schulen. Die Qualität des Unterrichts werde nicht sinken, sagte sie.

Aktuell besuchen dem Ministerium zufolge in Sachsen rund 5000 Kinder mit Migrationshintergrund Vorbereitungsklassen, bis zum Ende des Kalenderjahres werden es nach derzeitigen Prognosen mehr als 5300 sein.

Inzwischen steigt die Zahl der neu in Sachsen eintreffenden Flüchtlinge wieder, nachdem der Zustrom in der vergangenen Woche etwas abgeflaut war. Von Samstag bis Mittwoch erreichten 2718 Asylsuchende das Land, wie der Leiter der Stabsstelle Asyl im Innenministerium, Dirk Diedrichs, bekanntgab. Die Behörden rechnen auch für die kommenden Tage mit vielen über Bayern einreisenden Asylbewerbern.

„Wir haben uns darauf eingestellt, indem wir weitere Unterkunftsmöglichkeiten bereitstellen“, sagte Diedrichs. Derzeit gebe es in den 41 sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen 14 383 Plätze, von denen am Mittwoch 13 159 belegt waren. In den kommenden Tagen sollen Diedrichs zufolge weitere 1900 Plätze hinzukommen, davon 92 am Flughafen in Görlitz. Weitere sollen in einer Halle in Döbeln, Leipzig-Plagwitz, in Leipzig-Mockau und Frankenberg verfügbar werden.

Die hohen Flüchtlingszahlen werden auch die Bauminister der ostdeutschen Bundesländer auf ihrer Jahreskonferenz an diesem Freitag in Dresden beschäftigen. Sachsens Vertreter Markus Ulbig (CDU) forderte am Donnerstag, den Stadtumbau Ost vor diesem Hintergrund zu überdenken. Allerdings ist er dagegen, den Abriss von Wohnungen komplett zu stoppen.