Die Krankenhäuser in Sachsen sehen einen erheblichen Investitionsbedarf. Jährlich müssten 220 bis 240 Millionen Euro für die Kliniken im Freistaat ausgegeben werden, sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen, Stephan Helm, der Nachrichtenagentur dpa. Während in den vergangenen Jahren vor allem Neubauten im Mittelpunkt standen, werde das Geld nun für die Erhaltung der Häuser, moderne Medizintechnik und den Ausbau neuer Bereiche wie etwa der Geriatrie gebraucht.

2014 standen rund 101 Millionen Euro aus Mitteln der Krankenkassen und des Landes für Investitionen zur Verfügung. Weil der Anteil der Krankenkassen - rund 44 Millionen Euro - ab 2015 wegfällt, hatte die Krankenhausgesellschaft bereits im Frühjahr Alarm geschlagen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden daher die Landesmittel „kräftig aufgestockt“. Der Entwurf für den Doppelhaushalt 2015/16 sieht mehr als 250 Millionen Euro für die Krankenhäuser vor.

Helm sieht den Freistaat damit auf einem guten Weg und hofft, dass die neue Regierung noch mehr Geld in die Hand nimmt. Der Koalitionsvertrag, über den die Parteien an diesem Wochenende entscheiden, sieht eine Stärkung der Förderung vor. Helm verweist auf die lange Liste von Investitionen, die wegen fehlenden Geldes derzeit auf Eis liegen.

Seit der Wende ist die Zahl der Krankenhäuser in Sachsen von 125 auf derzeit 80 zurückgegangen. Die Krankenhausgesellschaft warnt vor weiteren Schließungen, weil damit vor allem die ambulante medizinische Versorgung gefährdet sei. Jedes Jahr werden in den sächsischen Krankenhäusern knapp eine Million Patienten versorgt.

Alle, egal ob in der Stadt oder auf dem Land, hätten Zugang zu einer sehr guten und professionellen Versorgung, betonte das Ministerium. Nach eigenen Angaben liegt die Auslastung der Kliniken bei rund 83 Prozent. Damit seien die Häuser besser ausgelastet und wirtschaftlich besser aufgestellt als in anderen Bundesländern, hieß es. Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass im Freistaat etwa zehn Prozent der Kliniken mit Defiziten zu kämpfen haben.

Zum Sächsischen Krankenhaustag am Donnerstag (6. November) wollen Mediziner, Manager und Vertreter der Krankenkassen in Dresden über die Qualität der Krankenhausversorgung im Freistaat diskutieren.