Die Jäger sollen in die Sammlung und Auswertung von Informationen über Vorkommen, Verhalten und Bewegungen der Wölfe eingebunden werden. Gejagt werden darf der Wolf laut Gesetzentwurf nicht.

Vorgesehen ist ein strenger Schutz mit einer ganzjährigen Schonzeit, wie Regierungssprecher Johann-Adolf Cohausz betonte. Ziel sei es, mehr Menschen für die Beobachtung der scheuen Raubtiere zu gewinnen. Die mehr als 10 000 sächsischen Jäger könnten dabei helfen. Sie seien als Naturschützer anerkannt und bewegten sich ohnehin in der Natur. Zudem habe ein Rechtsgutachten im Auftrag des Ministeriums ergeben, dass ein Schutz des Wolfs über das Jagdrecht möglich sei. Elf Jahre nach der Sichtung des ersten Wolfsrudels in der Lausitz haben sich die Raubtiere in der sächsisch-brandenburgischen Region mit etwa sechs Rudeln endgültig etabliert.

Jährlich kommen zahlreiche Welpen in dem waldreichen und bevölkerungsschwachen Gebiet zur Welt.

Den Gesetzentwurf für ein neues Jagdgesetz hatte Umweltminister Frank Kupfer (CDU) ins Kabinett eingebracht. Mit diesem soll im kommenden Jahr eine Verordnung verknüpft werden, die den Wolf dem Jagdrecht unterstellt.

Der Naturschutzbund BUND hatte allerdings Ende November mit einer Klage vor dem Verfassungsgericht gegen die Aufnahme des Wolfs in das sächsische Jagdrecht gedroht. Der Alleingang des Freistaats ist nach Meinung des BUND „fachlich widersinnig und rechtlich äußerst bedenklich“.