Deshalb sei es nötig, Flüchtlingsströme europaweit zu koordinieren und zeitlich zu strecken.

Laut Ulbig will Sachsen bis Ende der Woche die Plätze in der Erstaufnahme von derzeit etwa 12 500 auf 14 000 aufstocken. Allein am vergangenen Wochenende kamen knapp 2000 Flüchtlinge nach Sachsen.

Wer den Eindruck vermittle, Deutschland könne das allein schaffen oder Grenzkontrollen könnten das Problem lösen, sei auf dem Holzweg, sagte der Minister. Er sei dafür, in Ländern wie Griechenland, Ungarn und Italien "Hotspots" zu errichten: "Wer sich innerhalb dieser Hotspots nicht hat registrieren lassen, kann nach meinem Verständnis keinen Anspruch in irgendeinem Land haben." Man brauche eine Kombination aus Ordnungspolitik und Anreizen. Nicht Deutschland könne das alleinige Ziel sein. Diejenigen, die vor Krieg und Verfolgung geflohen seien, hätten einen Anspruch auf einen Schutzraum innerhalb Europas. Dieser Schutzraum müsse aber nicht Deutschland sein.

S achsen gibt fortan Flüchtlingen in der Erstaufnahme ein Informationsblatt in die Hand. Dort stehen in Englisch, Persisch und Arabisch Antworten auf die fünf Fragen, die von den Asylsuchenden am meisten gestellt werden. Dabei wirbt Sachsen auch für Schutzimpfungen gegen Röteln, Windpocken, Kinderlähmung und andere Krankheiten. Bis zum 12. Oktober will Sachsen alle Zelte, die nicht winterfest sind, räumen lassen. "Der Markt für Container ist leergefegt", erklärte Peter Darmstadt, bei der Landesdirektion für Asyl zuständig .