1998 hätten sich noch 1600 Mitglieder des Naturschutzdienstes für Schutzgebiete sowie seltene Pflanzen und Tiere engagiert, heute seien es nur noch rund 1000, betonte Lichdi. "Gleichzeitig verlieren die Naturschutzbehörden durch fortwährende Strukturreformen einen erheblichen Teil ihrer Arbeitsfähigkeit." Nachwuchsgewinnung werde so noch schwieriger. Nach Angaben Lichdis hatte das sächsische Umweltministerium 2010 beim Institut für Ökologische Raumordnung eine Studie in Auftrag gegeben, um die Probleme des ehrenamtlichen Naturschutzes zu analysieren und Empfehlungen zu bekommen. Hunderte Naturschutzhelfer hätten sich an einer Fragebogenaktion beteiligt, seither aber nichts mehr von der Sache gehört. Dabei sei die Studie schon im Sommer 2011 fertiggestellt und dem Ministerium übergeben worden.

Dort werde sie seither mit großer Geheimhaltung behandelt. "Offenbar passen die Ergebnisse nicht ins Konzept von Umweltminister Frank Kupfer (CDU), der öffentlich so gern die heile sächsische Natur präsentiert", mutmaßte Lichdi. Er forderte das Ministerium auf, die Erkenntnisse der Studie endlich zu veröffentlichen. "Ohne ein Minimum an Vertrauen wird sich der Freistaat immer weniger auf seine ehrenamtlichen Naturschutzhelfer verlassen können. Und ohne deren uneigennütziges Engagement dürften die Roten Listen bald noch länger werden", so der Politiker.