Die CDU im sächsischen Landtag hat das Gedenken an den Mauerfall mit einer Kritik der aktuellen politischen Situation in Thüringen verbunden. Es sei ein Skandal, dass ausgerechnet 25 Jahre nach der Friedlichen Revolution in einem ostdeutschen Bundesland die SED-Nachfolgepartei den Regierungschef stellen soll und selbst hochrangige Bundespolitiker in diesem Zusammenhang von einer Normalisierung sprächen, sagte CDU-Fraktionschef Frank Kupfer (Foto) am Freitag in Dresden.

In Thüringen wollen Linke, SPD und Grüne eine gemeinsame Regierung unter Führung des Linke-Politikers Bodo Ramelow bilden. "Diese Vorstellung ist für mich nicht nur anstrengend, sondern schwer zu ertragen und wäre eine Verhöhnung der damaligen Opfer", sagte Kupfer.

Den Mauerfall bezeichnete er als eines der "bedeutendsten und schönsten Ereignisse in der deutschen Geschichte". Es sei heute wichtiger denn je, die Erinnerung wach zu halten und sich allen "Geschichtsverklärern" entgegenzustellen.

"Meine Partei bekennt sich, auch in ihrem Programm, zu ihrer Verantwortung für das Unrecht, das im Namen des Sozialismus begangen worden ist", sagte Linke-Chef Rico Gebhardt: "Aus der Vergangenheit haben wir gelernt, und wir werden das weiter tun - aber nicht, indem wir uns mit schnell angebrachten Etiketten zufriedengeben, sondern indem wir gründlich analysieren."

Zum Blick zurück gehöre auch der in die Zukunft: "Im 25. Jahr der Einheit ist der Angleichungsprozess zwischen Ost und West längst ins Stocken geraten." Eine Hauptaufgabe bestehe weiter darin, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen.

Grünen-Partei- und Fraktionschef Volkmar Zschocke verknüpfte die Erinnerung mit einer Mahnung: "Gerade weil wir das Ende der mörderischen innerdeutschen Mauer hier selbst erlebt haben, sind wir in der Pflicht, neue Mauern niederzureißen und zu verhindern", betonte er mit Blick auf nach Europa einreisende Flüchtlinge. Menschen, die heute aus Diktaturen fliehen würden, brauchten sichere Wege, statt an den Außenmauern Europas ihr Leben zu riskiere n.