Kiefern und Eichen geht es schlecht. Schädlinge wie Eichenwickler und Schwammspinner machen den Bäumen zu schaffen, erklärte Forstminister Frank Kupfer (CDU) am Freitag in Dresden. Vor allem aber der neuerliche Einzug des Eichenprozessionsspinners in der Dresdner Heide und in Nordsachsen macht den sächsischen Förstern Sorgen. Das geht aus dem aktuellen Waldzustandsbericht hervor.

Fast 7000 Bäume wurden im Sommer für die Erhebung untersucht. Ergebnis: Ein Drittel der sächsischen Bäume gelten als gesund, knapp die Hälfte ist schwach geschädigt. 17 Prozent haben deutliche Schäden.

Demnach ist der Wald im Erzgebirge - der in den späten 80er- Jahren den Kampf gegen das Waldsterben in Gang brachte - auf dem Weg der Besserung. Schlechter indes geht es den Bäumen im Vogtland und in Ostsachsen, erklärte der Minister.

Im Bericht erscheint neben der Eiche auch die Kiefer als Problembaum. 17,4 Prozent Nadelverlust haben die Experten für den an sich anspruchslosen Baum errechnet. "Die Kiefer ist damit die Baumart mit der höchsten Zunahme der Nadelverluste", so Kupfer. Über die Hälfte der Kiefern in Sachsens Wäldern weisen Schäden auf, 14 Prozent sogar schwere. Kupfer sprach von "leichten Verschlechterungen".

Schädlinge verantwortlich

Auch hierfür sind Schädlinge verantwortlich, wie der Kiefernspinner und die Schmetterlingsart Nonne, die sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt hat und besonders in der Muskauer Heide ihr Unwesen trieb. In Nordsachsen ließen in diesem Jahr 1200 Hektar an Kiefernbeständen die Nadeln fallen. Hier haben verschiedene Kiefernnadelgallmückenarten gewütet.

Etwas besser steht die Fichte da. Beim Brot- und Butter-Baum der sächsischen Forstwirtschaft, maßen die Waldexperten, liegt der Nadelverlust mit 16 Prozent im Mittelfeld. Erfreulich immerhin: Die älteren Fichten in höheren Berglagen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich erholt. Trotzdem boten sie nach dem letzten Winter beste Brutmöglichkeiten für Borkenkäfer. Für mehr als die Hälfte der sächsischen Eichen vermeldet der Waldzustandsbericht einen "ungünstigen Kronenzustand".

Das Wetter war laut Minister in diesem Jahr recht günstig für die Wälder. Trotz der Orkane Christian und Xaver. Auch den Dauerregen im Juni und den heißen Hochsommer haben die Bäume recht gut weggesteckt. Nur vereinzelt kam es zu Windbruch. Auf lange Sicht jedoch müssen sich auch die Förster auf immer mehr Wetterextreme einstellen. "Deshalb muss der Waldumbau hin zu standortgerechten und vitalen Mischwäldern konsequent fortgesetzt werden", betonte der Minister. Bis 2050 soll es statt Fichten-Monokulturen etwa 80 000 Hektar neuen Mischwald geben. Insgesamt sind Sachsens Wälder knapp eine halbe Million Hektar groß.