"Grabenkämpfe und Egomanie" bestimmten das Bild der Partei seit Anfang 2017, sagte etwa die Polizistin Verena Hartmann aus der Sächsischen Schweiz, die auf Platz neun der Landesliste für die Bundestagswahl kam. "Aktuell ist der größte Feind der AfD die AfD selbst."

Später erteilte der Parteitag dem Ausschlussverfahren gegen den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke eine Absage. Er hatte im Januar mit einer umstrittenen Rede in Dresden seinen Ruf als Rechtsaußen der Partei erneut unter Beweis gestellt und dafür auch Kritik in den eigenen Reihen ausgelöst. Die AfD-Basis in Sachsen forderte ihren Landesvorstand nun auf, sich beim Bundesvorstand für eine Rücknahme des Parteiausschlussverfahrens einzusetzen. Die Antragsteller begründeten das unter anderem mit einem Imageschaden für die AfD.

In einem weiteren Antrag sprachen sich die Delegierten dafür aus, einen Beschluss des Landesvorstandes zur islam- und asylfeindlichen Pegida-Bewegung vom Sommer 2016 aufzuheben. Er hatte sächsischen AfD-Mitgliedern Ansprachen auf Pegida-Kundgebungen und das Mitführen von Symbolen der Partei untersagt. Die Befürworter begründeten das auch mit einer anderslautenden Entscheidung des Bundesschiedsgerichtes der AfD. AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer warnte dagegen vor einem "Kuschelkurs" mit Pegida.

Zu Beginn des Parteitages hatte der Kreisverband Dresden Parteichefin Frauke Petry als Geste der Versöhnung einen Blumenstrauß überreicht. Noch vor einer Woche war sie auch von den Dresdnern heftig attackiert worden. Mit einem Interview hatte Petry am Freitag Spekulationen um einen Rückzug aus der Politik ausgelöst. "Weder die Politik noch die AfD sind für mich alternativlos", hatte die Bundeschefin der AfD gesagt.

Am Samstag mochte sie sich mit keinem Wort zu dem Interview äußern. Petry verließ am zeitigen Nachmittag den Parteitag und nahm wegen anderer Termine auch am Sonntag nicht teil. In der Sachsen-AfD ist sie Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl. Norbert Mayer, der vor einer Woche für Platz eins der Landesliste gegen Petry angetreten war, entschuldigte sich vor den Delegierten bei der Parteichefin für seine zuvor geäußerte Kritik.