Der Innenausschuss des sächsischen Landtages tritt kommenden Donnerstag zu einer Sitzung zusammen, um über die Versorgung der Asylbewerber zu beraten. Dabei sollen sämtliche Aspekte behandelt werden, auch die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, sagte Ausschuss-Vorsitzender Mario Pecher (SPD) am Freitag.

Pecher erwartet einen Gedankenaustausch darüber, wie Sachsen sich auf künftige Entwicklungen vorbereiten kann. "Wir müssen eine Lösung finden, selbst bei weiter steigenden Flüchtlingszahlen diese Menschen jederzeit menschenwürdig unterzubringen. Zeltlager können das nicht sein", sagte er. Sachsen brauche "Puffer-Kapazitäten" für die Unterbringung - etwa leerstehende Schulen und Kasernen -, um rasch reagieren zu können.

Am gestrigen Freitag wurden zwei Sporthallen der TU Dresden zu vorübergehenden Notunterkünften umfunktioniert - sie sollen Platz für weitere 600 Flüchtlinge bieten, teilte die Landesdirektion Sachsen mit. In der Zeltstadt sind inzwischen erste Krankheitsfälle aufgetreten, darunter auch TBC-Verdachtsfälle.

In den vergangenen Tagen blickte Europa aber vor allem nach Calais. In der französischen Hafenstadt hatten in der Nacht zu Freitag erneut Hunderte Flüchtlinge unter Lebensgefahr versucht, auf Züge zu klettern, die durch den Eurotunnel ins englische Folkestone fahren. Frankreich und Großbritannien rüsten auf - mit mehr Zäunen, mehr Polizei und mehr Spürhunden. Abschreckung und Abschottung scheint die Devise des britischen Premierministers David Cameron zu sein. Politik Seite 9