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| 08:25 Uhr

Fernsehexperiment
Zwei Stunden Grenzkontrolle aus Görlitz live im TV

 Der Sender zeigte am Mittwoch erstmals eine Großkontrolle an der Grenze live im Fernsehen. Einsatzort: Autobahn 4 bei Görlitz.
Der Sender zeigte am Mittwoch erstmals eine Großkontrolle an der Grenze live im Fernsehen. Einsatzort: Autobahn 4 bei Görlitz. FOTO: dpa / Kabel Eins
Görlitz. Erstmals hat der TV-Sender Kabeleins am Mittwochabend eine Grenzkontrolle der Bundespolizei live im Fernsehen gezeigt. Der zuvor streng geheim gehaltene Ort: Görlitz.

200 Bundespolizsten, 60 TV-Mitarbeiter, zwölf Kameras - mit großem Aufwand hat der TV-Sender Kabeleins am Mittwochabend eine Grenzkontrolle live im Fernsehen übertragen. Das Fernsehexperiment vom Rastplatz an der A4 bei Görlitz brachte für die beteilgten Polizisten wenig Außergewöhnliches: Dieselschmuggler, Autos mit gefälschten Nummernschildern, Porsche ohne Papiere. Routine an der Grenze.

Für viele Zuschauer war es hingegen Neuland. Bei Facebook diskutierten die Fans eifrig: Ist das erlaubt? Dürfen die einfach so in den Kofferraum schauen? Was ist mit Datenschutz?

Letzteren Punkt hat der Sender durch einen kleinen Zeitverzug gelöst. Die kontrollierten Personen wurden beim Eintreffen am Kontrollpunkt gefragt, ob sie mit der TV-Übertragung einverstanden sind. Wo das nicht der Fall war, wurde mit einer neuen Software live verpixelt. Die meisten Kontrollierten stimmten aber offensichtlich zu.

Dieselschmuggler sorgt für Aufsehen

Für Aufsehen sorgte ein Dieselschmuggler, der rund 380 Liter Diesel in Kanistern und Plastikflaschen Richtung Polen transportierte. War der Diesel geklaut? Das müssen nun die weiteren Ermittlungen ergeben.

Hat die Live-Übertragung Autoschieber und Schmuggler vorgewarnt und so den Erfolg der Polizeikontrolle behindert? Während der Sendung beobachtete der Hubschrauber zwei Personen, die ihren Transporter an der Autobahn stehen ließen und zu Fuß flüchteten. Schnell wurden sie gestellt. Dann stellte sich aber heraus: Sie waren nur mit Spritmangel liegengeblieben.

Als Einblick in die Arbeit der Polizei war das für viele Zuschauer leerreich. Mit Polizei-Live-Dokus, wie man sie aus den USA kennt, hatte es dann aber doch wenig zu tun. Auch wenn Moderator Tommy Scheel immer wieder versuchte, sprachlich für Spannung zu sorgen. Um den Action-Grad zu erhöhen wurde zwischenzeitlich ein Video einer früheren Kontrolle an der A15 eingeblendet. Dort war es dem Fahrer eines geklauten Mercedes gelungen, die Kontrolle zu durchbrechen und zu flüchten.

(bob)