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| 18:52 Uhr

Sachsen
Zeitreise ins Staatsgefängnis Festung Königstein

Auf der Festung Königstein wird eine neue Schau eröffnet.
Auf der Festung Königstein wird eine neue Schau eröffnet. FOTO: dpa
Königstein. (dpa/uf) Auf der Festung Königstein können Besucher ab Ende Juli in der sanierten Georgenburg auf Zeitreise gehen. Mit der neuen Dauerausstellung kann die Geschichte des Staatsgefängnisses auf dem Felsplateau im Elbsandsteingebirge nacherlebt werden - von 1588 bis 1922, wie Kurator Andrej Pawluschkow am Dienstag sagte.

Von den einstigen Verhältnissen zeugen originale Gefangenenketten, Fuß- und Handeisen oder mit Figuren nachgestellte Szenen. Multimedial können Schicksale von Inhaftierten recherchiert, fiktive Gespräche in ihrer Behausung oder der Wachstube vor 200 Jahren belauscht werden.

Gleich zum Auftakt des Rundgangs in dem Museum zeigt ein Film, wie „Maikämpfer“ August Röckel (1814-1876) 1848 auf die Festung gebracht wird. Die Ankunft des Musikdirektors am Dresdner Opernhaus inmitten einer Menge von Infanterie wurde mit Schauspielern nachgestellt. „Er hat die Erlebnisse der Untersuchungshaft in seinem autobiografischen Roman geschildert“, sagte Pawluschkow. Königstein wird mit ähnlichen Festungs-Gefängnissen wie dem Tower in London, der Bastille in Paris oder Peter-und-Paul in St. Petersburg verglichen.

Das Verzeichnis der Staatsgefangenen auf dem Königstein umfasst laut Pawluschkow rund 1000 Namen vom fürstlichen Kanzler und Minister über Duellanten und Journalisten der Kaiserzeit bis zu aufständischen Arbeitern nach dem Ersten Weltkrieg. Später war die Festung auch Militärstrafgericht, Kriegsgefangenenort und Jugendwerkhof.

(dpa)