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Wirklich bombig war dieser Tweet eher nicht

Beim Dresdner Stadtfest ging es neulich hoch her. Jung und Alt kamen von fern und nah. ckz1

Die Altstadt war aus dem Häuschen. Das Trottoir wurde zur großen Bühne. Menschenmassen schunkelten und rockten und liefen mit albernen Luftballons rum, die es reichlich umsonst gab.

Geschminkte Kinder hüpften Sack, Hüpfburgen krümmten sich vor Schmerz, Mülleimer streckten die Waffen. Und damit die Leute nicht vergeblich suchten, was es inzwischen bei jedem zweiten Oma-Geburtstag gibt, fackelte Dresden auch ein Feuerwerk ab. Eines, das sich gewaschen hatte, denn schließlich ist diese Stadt nicht irgendwer.

Ein Feuerwerk ist nicht für jeden was. Es ist laut, es qualmt, es bewirkt nichts. Richtig genervt vom Stadtfest-Feuerwerk war der Dresdner Grünen-Chef Achim Wesjohann. Der twitterte am Sonntagabend: "Hey, 13.-Februar-Gedenkfeuerwerk!" Was nicht so gut kam. Denn mit der Bombennacht von 1945 war das Freudenfeuer nicht gerade vergleichbar. Als die Bild-Zeitung den promovierten Historiker darauf ansprach, meinte Wesjohann, angesichts der "ungeheuren Lautstärke" habe er "spontan an die Auswirkungen auf Kinder und auf Menschen, die aufgrund von Kriegserfahrungen traumatisiert sind" gedacht. Seinen Tweet hat er dann aber doch lieber wieder gelöscht.