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Wird Oberlausitz zum Unesco-Park?

Wartha. Bautzen und Görlitz sowie das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft könnten mittelfristig in einer Liga mit den Unesco-Weltkulturerbestätten Kölner Dom und dem Muskauer Park spielen. Margret Brahms vom deutschen Nationalkomitee "Der Mensch und die Biosphäre" schlägt vor, die beiden Orte sowie das Schutzgebiet in einen Unesco-Park Oberlausitz zu integrieren. amz mit dpa

"Die wunderschönen, einmaligen Altstädte und das Land der tausend Teiche in einem Netzwerk vereint, wäre eine wunderbare Sache", sagte Brahms während der jüngsten Überprüfung des Biosphärenreservates im Haus der tausend Teiche in Wartha. "Ein solcher Status ergäbe eine gewaltigen Schub für den Tourismus in der Region", lautet ihre Begründung. Eine ähnliche Kombination bestehe bereits zwischen dem Biosphärenreservat Mittelelbe und dem Gartenreich von Dessau-Wörlitz in Sachsen-Anhalt.

Die Initiativen müssten allerdings direkt aus der Region ausgehen, etwa von den Städten Bautzen und Görlitz. Brahms räumt der Region für ihre Vision nicht unerhebliche Chancen ein.

Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft darf zunächst für weitere zehn Jahre den Titel Unesco-Biosphärenreservat führen. Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) nahm am Samstag im Rahmen des Herbstmarktes in Wartha eine Urkunde des Nationalkomitees entgegen. Sachsen sei stolz auf diesen internationalen Titel, sagte Schmidt.

Nach Angaben des Umweltministeriums wird hier eines der größten Teichgebiete Deutschlands nachhaltig und naturschutzgerecht bewirtschaftet. Das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist eines von 17 in der Bundesrepublik und das einzige in Sachsen. Das Gebiet umfasst rund 30 000 Hektar in den Landkreisen Bautzen und Görlitz.

Erstmals wurde das Schutzgebiet 1996 durch die Unesco anerkannt und ein Jahr später endgültig ausgewiesen. In den Teichlandschaften, Heiden und Wälder sind etwa 5200 Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen, darunter Seeadler, Kranich, Flussseeschwalbe und Fischotter.