ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 04:29 Uhr

Stimmen aus der Jägerschaft
„Wir wollen den Wolf nicht ausrotten“

Pirna/Görlitz. Jagdverbände aus Sachsen verschaffen sich zum Wolf jetzt Gehör. Die Weidmänner fordern eine angemessene Reaktion auf das Verhalten der Tiere in der dicht besiedelten Kulturlandschaft Ostdeutschlands.

Karl-Heinz Böhme, der Vorsitzende des Jagdverbandes Sächsische Schweiz, erklärt: „Wir Jäger wollen den Wolf nicht ausrotten. Wir sind Anwalt aller Tiere.“ Aber das Raubtier breite sich rasant aus und besuche Städte und Dörfer des ländlichen Raumes ohne jede Scheu vor der Zivilisation. Für Hohenstein und Sebnitz sei dies mit Aufnahmen belegt. Eine Obergrenze der Wölfe für die dicht besiedelte Kulturlandschaft sei zwar nie ausgesprochen worden. „Sie ist aber längst erreicht“, erklärt Böhme. Der Weidmann spricht sich für einen Abschussplan für die Lausitzer Wölfe aus, mit dem der Bestand kurz gehalten werden soll - unter Beteiligung aller Jäger wie bei jeder anderen heimischen Wildart auch.

Hans-Dieter Dohrmann, der Vorstandsvorsitzende des Jagdverbandes Niederschlesische-Oberlausitz, sagt: „Wölfe sind die lernfähigsten Tiere der Großräuber. Sie sind naturgemäß eine Gefahr für das Wild. Der Mensch gehört nicht zum Beuteschema.“ In der Lausitz bewiesen ist, dass Wölfe inzwischen locker bis zwei Meter hohe Zäune überspringen. In Rothenburg sei dies beobachtet worden. „Und wenn ein Tier des Rudels das kann, können das alle“, behauptet der Jäger. Dass der Wolf zu vergrämen sei, sei eine Illusion. Ein wirtschaftlich vertretbarer Herdenschutz für Weidetierhalter sei hier nicht mehr möglich.

(kw)