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Winzer sehnen sich nach Regen

Großenhain/Dresden.. Sachsens Winzer beklagen zunehmend die anhaltende Trockenheit. „Wir brauchen endlich Regen“, sagte der Weinanbauberater vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Gartenbau in Großenhain, Claus Höhne.

Durch die warme Witterung hätten die Weinreben rund drei Wochen Vegetationsvorsprung. Bei weiter anhaltender Trockenheit müsste bereits Anfang September statt Ende September mit der Weinlese begonnen werden, sagte der Experte. Noch sei nichts zu spät, da der Großteil der Reben noch keine Schäden durch die anhaltende Hitze genommen habe.
Die Trockenheit der letzten Monate lässt insgesamt große Ernteausfälle erwarten. Die Ertragseinbußen lägen zwischen 30 und 50 Prozent, sagte der Sprecher des Landesbauernverbandes, Manfred Böhm, am Mittwoch der dpa. Ein Sechstel der etwa 6000 bäulerlichen Betriebe in Sachsen - so erste Schätzungen - stehe vor dem Aus. Bereits Ende Juni habe eine Noternte begonnen, da Getreide bereits ausgereift sei. Vor allem in den Regionen um Torgau-Oschatz und Riesa gebe es große Verluste.
"Für viele Bauern ist dieses Jahr eine weitere Erntesaison mit Verlust", sagte Böhm. Bereits 2000 habe ihnen eine große Dürre zu schaffen gemacht. Im vergangenen Jahr habe es große Verluste infolge des Jahrhunderthochwassers gegeben. Viele Ernten seien bereits verpfändet, um die nächste Saison bewältigen zu können.
"Landwirte sind jetzt so gebeutelt, dass sie vor dem Ruin stehen, staatliche Hilfen stehen nicht ausreichend zur Verfügung", sagte Böhm. Viele Bauern hofften noch auf eine gute Maisernte. (ddp/dpa/bra)