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Wildschweine im Visier der Jäger

Dresden. Der hohe Bestand an Wildschweinen macht Sachsens Forstleuten trotz erhöhter Abschusszahlen Sorgen. Die sogenannte Strecke sei nun zum wiederholten Male gestiegen und liege mit aktuell 33 258 Stück fast dreimal so hoch wie noch 1991/92, teilte das Forstministerium mit. dpa/bl

"Die angewachsene Schwarzwildpopulation führt nicht nur zu regional steigenden Schäden vor allem in der Landwirtschaft. Sie lässt darüber hinaus auch die Gefahr der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest steigen", erklärte Minister Thomas Schmidt (CDU). Diese Tierseuche sei zwar für Menschen ungefährlich, verlaufe aber sowohl für Schwarzwild als auch für Hausschweine tödlich.

Nach Angaben des Ministeriums rückt die Gefahr immer näher heran. "Mit dem Nachweis der Seuche im Südosten der Tschechischen Republik Ende Juni diesen Jahres ist die Afrikanische Schweinepest nicht mehr weit von unserer Haustür entfernt", betonte Schmidt. Für die sächsischen Jäger müsse das ein Anlass sein, Schwarzwild weiter konsequent zu bejagen. Das sächsische Jagdrecht bietet den Grundeigentümern, Flächennutzern und Jägern den Angaben zufolge gute Möglichkeiten für eine effektive Jagd. Seit diesem Jahr würden auch unbürokratische Regelungen zur Anlage von sogenannten Bejagungsschneisen in Maisfeldern gelten. Die Schneisen sind erforderlich, damit Jäger freie Sicht im Maisfeld haben.

Am 27. Juni hatten Behörden in Tschechien zwei Fälle der Afrikanischen Schweinepest in der südöstlichen Region um Zlin nachgewiesen - bei Wildschweinen.