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Weniger Drogenfunde in Gefängnissen

Die Kriminalitätsrate in den Haftanstalten sinkt.
Die Kriminalitätsrate in den Haftanstalten sinkt. FOTO: dpa
Dresden. Kriminalität macht vor Gefängnismauern nicht halt. Wo Straftäter für teils lange Zeit auf engem Raum leben, kommt es zu Schlägereien und auch Attacken auf Beamte. Zudem werden immer wieder Drogen gefunden. dpa/roe

Sachsens Justizvollzugsanstalten haben in Sachen Kriminalität eine gute Bilanz: Seit 2010 ging die Zahl der Übergriffe unter Inhaftierten sowie auf Bedienstete und auch die der Drogenfunde insgesamt zurück. "Die Sicherheitssituation ist dank der guten und verlässlichen Arbeit der Justizvollzugsbediensteten stabil", sagte Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) in Dresden. Allerdings sei das für die Mitarbeiter "eine täglich neue Herausforderung".

2010 wurden nach Ministeriumsangaben 101 Angriffe unter Gefangenen sowie Attacken auf Wachpersonal registriert, im vergangenen Jahr waren es 62. In diesem Zeitraum ging die jährliche Zahl der Schlägereien und Körperverletzungen unter Gefangenen von 90 auf 53 zurück. Gab es 2010 elf Angriffe auf Wärter, waren es vier Jahre später noch neun.

In diesem Zeitraum nahm auch die Menge der Drogenfunde ab, mit Unterschieden je nach Art der Betäubungsmittel. Während sie sich bei Cannabis von 544 Gramm 2010 auf etwa ein Fünftel verringerte, stieg sie bei Crystal um das Sechsfache auf knapp 80 Gramm - nach dem Höhepunkt 2012 mit fast 150 Gramm.

Auch die Zahl der Einzelfunde in diesem Bereich erhöhte sich - von 16 auf 78 pro Jahr. Dafür wurde 2014 kaum noch Heroin sowie weder Kokain noch Ecstasy - zwei Jahre zuvor summierten sich die gefundenen Tabletten auf 140 Stück - sichergestellt. Ausbrüche gab es bis auf die spektakuläre Flucht eines Straftäters 2013 aus dem Dresdner Gefängnis - der Mann nutzte die Ähnlichkeit zu seinem Zellennachbarn und ließ sich als dieser entlassen - nicht. Allerdings nutzten 2011 ein sowie 2012 und 2013 je zwei Straftäter Freigang oder Ausflüge zur Flucht - auch ohne dauerhaften Erfolg.

Aktuell befanden sich am 1. April insgesamt 3500 Menschen, darunter 286 Frauen, in den zehn Gefängnissen.