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| 02:38 Uhr

Wenig Hilfe für Meissen-Manufaktur

Kurt Biedenkopf: "Der Finanzminister hat viel zu früh die Bremse gezogen."
Kurt Biedenkopf: "Der Finanzminister hat viel zu früh die Bremse gezogen." FOTO: dpa
Dresden. Sachsens früherer Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) hat der Landesregierung mangelnden Beistand für die ins Straucheln geratene Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen vorgeworfen. "Der Finanzminister hat viel zu früh die Bremse gezogen", sagte Biedenkopf im Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit". dpa/uf

"Die Wachstumsstrategie hatte doch gerade erst begonnen, sich zu entfalten." Biedenkopf zweifelte allerdings auch an seiner früheren Einschätzung, dass ein Staatsbetrieb das geeignete Modell für die Manufaktur sei: "Heute frage ich mich, ob zum Beispiel eine private Stiftung nicht besser gewesen wäre. Bei einem Staatsbetrieb besteht immer die Gefahr, dass er in politische Kreuzwellen kommt." Das Finanzministerium wollte zu den Äußerungen keine Stellung nehmen.

Biedenkopf (CDU) war von 1990 bis 2002 Regierungschef in Sachsen und bis 2015 auch Aufsichtsratschef der Manufaktur Meissen. Das Unternehmen hatte unter dem früheren Geschäftsführer Christian Kurtzke 2009 einen Kurswechsel vollzogen. Er wollte die Manufaktur zu einem Luxuskonzern umbauen und ließ auch Schmuck, Kleidung sowie Accessoires produzieren. Das Vorhaben misslang.

2014 stand ein Verlust von 19,2 Millionen Euro zu Buche, 2015 waren es 12,1 Millionen Euro. Biedenkopf hatte damals gewarnt, den Ausbaukurs zu verlassen und sich wieder allein auf das Porzellan zu konzentrieren. Die Manufaktur habe nur dann eine wirkliche Chance, wenn sie ihre Produktpalette verbreitert, argumentierte er damals.