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| 12:54 Uhr

Wende nach tödlichen Brand in Leipziger Altbau
Tatverdächtige freigelassen: Alles wieder auf Anfang

Polizei und Feuerwehr waren am Tag nach dem Brand lange mit Sicherungsarbeiten beschäftigt.
Polizei und Feuerwehr waren am Tag nach dem Brand lange mit Sicherungsarbeiten beschäftigt. FOTO: dpa / Hendrik Schmidt
Leipzig. Überraschende Wende nach einem tödlichen Brand in einem Leipziger Altbau: Ein Tatverdächtiger wird dreieinhalb Monate nach dem Feuer wieder freigelassen. Die Ermittler stehen wieder am Anfang.

Dreieinhalb Monate nach dem verheerenden Brand in einem Leipziger Mehrfamilienhaus mit einer Toten und 16 Verletzten ist ein Tatverdächtiger wieder freigelassen worden. Das Landgericht Leipzig hob den Haftbefehl gegen den 33-Jährigen auf, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag sagte. Nach Ansicht des Gerichts liegt kein dringender Tatverdacht vor. Dies ist aber eine Voraussetzung für eine Untersuchungshaft.

Das Feuer war in der Nacht zu Karfreitag ausgebrochen, hatte sich rasend schnell ausgebreitet und den Fluchtweg über den Flur versperrt. Die Feuerwehr hatte einige Bewohner über Rettungsleitern aus dem Gebäude gebracht. Zwei Bewohner waren auf das Dach geflüchtet.

Bei den Löscharbeiten hatten die Einsatzkräfte die Leiche einer 40 Jahre alten Mieterin im vierten Stock entdeckt. Ihr 32 Jahre alter Lebensgefährte befindet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft nach wie vor in kritischem Zustand. Zudem wurden 15 weitere Bewohner des Hauses verletzt.

Kurze Zeit nach dem Brand war der 33 Jahre alter Bewohner des Hauses festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht worden. Der Mann aus Syrien stand im Verdacht, den Brand absichtlich gelegt zu haben. Hintergründe und Motiv waren aber bisher unklar. Nun werde in alle Richtungen weiterermittelt, betonte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Ermittlungsverfahren gegen weitere Personen seien bislang nicht eingeleitet worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war die 40-Jährige an den Folgen einer Rauchgasvergiftung gestorben. Dies geht aus dem Gutachten der Obduktion hervor, wie die Sprecherin der Ermittlungsbehörde am Montag mitteilte. Hinweise auf weitere Gewalteinwirkung habe es nicht gegeben.

(dpa/uf)