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| 16:45 Uhr

Wassermangel in Sachsens Flüssen
Keine Schiffe auf der Elbe: Aber es gibt Hoffnung

Der historische Schaufelraddampfer „Pillnitz“ wird nach zehn Monate dauernder Reparatur in der Werft Laubegast erstmals wieder zu Wasser gelassen. Für die logistische Aufgabe nutzt die Sächsische Dampfschiffahrt eine Welle in der Elbe aus tschechischer Seite.
Der historische Schaufelraddampfer „Pillnitz“ wird nach zehn Monate dauernder Reparatur in der Werft Laubegast erstmals wieder zu Wasser gelassen. Für die logistische Aufgabe nutzt die Sächsische Dampfschiffahrt eine Welle in der Elbe aus tschechischer Seite. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert
Dresden. Regen ist seit Wochen Mangelware in Sachsen und Brandenburg. Vielerorts fehlt in Seen und Flüssen Wasser, mit Folgen für Schifffahrt und Natur.

Hitze und Trockenheit haben die Lage in Sachsens Gewässern verschärft. „Die Flüsse haben extremes Niedrigwasser“, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) am Mittwoch. Das betreffe vor allem kleine Zuflüsse von Elbe und Lausitzer Neiße. Vereinzelte Bäche seien schon trocken gefallen, auch die Elbe wird immer weniger. Die 46 Zentimeter am Pegel Dresden – dort sind zwei Meter normal – sind indes Bauarbeiten auf tschechischer Seite geschuldet. Elbdampfer und -fähren pausieren weiter. Aber es naht Abhilfe.

„Die sogenannten Himmelsteiche in der Lausitz haben keine natürlichen Zuflüsse und sind auf Niederschläge angewiesen“, erklärte die LfULG-Sprecherin. „Fische finden aber in naturnahen Flüssen noch immer Nischen, in die sie sich zurückziehen können.“ In stehenden Gewässern habe es die eine oder andere Not-Abfischung gegeben, bei der Fische in andere Teiche umgesetzt wurden.

Die Elbe liege unter dem Minimum im vergleichbaren Niedrigwasserjahr 2015, erklärte die Sprecherin. Der bisherige Negativrekord im Sommer wurde jeweils im August 1947 und 1952 mit 21 Zentimetern gemessen. „Die aktuelle Schwankung hängt mit der Steuerung auf der tschechischen Seite zusammen.“ Wegen Bauarbeiten an einem Wehr sei die Wasserzufuhr in der Nacht zum Dienstag gestoppt worden.

Aus den Moldaukaskaden würden seit Mai regelmäßig 40 Kubikmeter pro Sekunde Wasser für Prag abgegeben, sagte sie. „Das hält das Niveau einigermaßen bei 60 bis 70 Zentimetern.“

Schon am Donnerstag soll sich die Situation wieder bessern, die Meteorologen erwarten Schauer und Gewitter. Die Sächsische Dampfschiffahrt GmbH will dann Fahrten im Stadtgebiet wieder aufnehmen. Auch der ebenfalls am Dienstag eingestellte Fährverkehr soll weitergehen – mit Ausnahme der Autofähre in Pillnitz, wie die Dresdner Verkehrsbetriebe mitteilten.

(dpa/uf)