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| 18:26 Uhr

Auch Sachsens Linke plakatiern
Weltfrieden und Widerstand

Dresden. Die Linken ziehen mit 300 Plakaten und altbekannten Parolen in den Landtagswahlkampf. Von Christine Keilholz

(ckz) Die Linke setzt knallige Botschaften. Die Plakate für den Landtagswahlkampf zeigen mit großen, bunten Lettern, worum es den Genossen geht: „Weltfrieden“, „Widerstand“, „Solidarität“. Keine Gesichter, sondern Botschaften - trotzdem soll der Mensch im Mittelpunkt stehen. So verkündet es die Partei am Donnerstag bei der Vorstellung ihrer Kampagne in Dresden.

Die Wahl am 1. September wird kein Durchmarsch. In den Umfragen derzeit auf 15 Prozent, sind Sachsens Linke weit entfernt von ihrer früheren Form. Schon 2014 gelang es nicht mehr, über 20 Prozent zu kommen - die damals noch zweitstärkste Partei im Freistaat endete bei 18,9. Heute wie damals heißt der Spitzenkandidat Rico Gebhardt.

Der 56-jährige gelernte Koch aus Aue galt lange als Kompromisskandidat. Doch Gebhardt schafft es, die Kluften zu überbrücken zwischen Altlinken, Neulinken, Gewerkschaftslinken, Salonlinken, Landlinken und den Antifa-Freunden in den Metropolen. Mit 78 Prozent wählten ihn die Genossen im April zum Spitzenkandidaten, zur Überraschung all derer, die sich einen Neuanfang gewünscht hatten.

Gebhardt ist mehr Funktionär als Visionär. Aber Sätze wie dieser werden öfters von ihm zu hören sein: „Der Kapitalismus hat auf unserem Planeten und auch in Sachsen mindestens versagt, teilweise sogar regelrecht randaliert.“

Ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis, das die Partei früher mal anstrebte, ist aktuell utopischer als der Realsozialismus. Die Zahlen in den Umfragen geben es nicht her. Aber vorteilhaft kann ein anderer Effekt für die Linken wirken: Im Rennen zwischen CDU und AfD um die Direktmandate kann die Linke der lachende Dritte werden. Einige Wahlkreise, in denen die AfD an der Mehrheit der CDU knabbert, haben starke linke Kandidaten. Den Wahlkampf verstärkt die Partei deshalb in fünf strategischen Wahlkreisen. Dazu gehören drei Leipziger Wahlkreise und ein Chemnitzer - sowie der Wahlkreis in Leipzig, den Juliane Nagel 2014 direkt gewann.

300 Großplakate mit zehn Motiven werden für die Linken in Sachsen werben. Daneben werden 1,3 Millionen Zeitungen an die Haushalte verteilt, hieß es gestern.