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Verstärkte Kontrollen – Zittau will "Ringraser" ausbremsen

Zittau. Mit Vollgas und quietschenden Reifen kündigen sie sich an. Am Ende bleibt eine blaue Qualmwolke über dem Stadtring in Zittau. Miriam Schönbach

Seit geraumer Zeit beschäftigen illegale Straßenrennen zunehmend die Behörden in der sächsischen Stadt. Die Zittauer "Ringraser" sollen nun ausgebremst werden. Über einen Maßnahmeplan zu den Verkehrsverstößen auf dem Stadtring habe sich das Polizeirevier Zittau-Oberland mit Vertretern der Bußgeldstelle, der Fahrerlaubnisbehörde, der Stadt Zittau und der örtlichen Verkehrsbehörde verständigt, teilte die Polizei mit.

"Es besteht Handlungsdruck. Unsere kommunalen Möglichkeiten sind ausgeschöpft", sagte ein Stadtsprecher. Immer wieder hätte sich die Stadt mit dem Problem beschäftigt. Eine der ersten Maßnahmen sei die Installation zweier fester Blitzer auf der Ringstraße gewesen.

Zumeist, so die Polizei, würden die Ordnungswidrigkeiten von jungen Menschen verübt. Aufgrund ihrer guten Vernetzung würden sie sich auch nur schwer aufhalten lassen, so der Stadtsprecher. "Wir brauchen engmaschigere und regelmäßigere Kontrollen. Die Polizei, vor allem aber auch der Gesetzgeber ist mit härteren Strafen gefragt", sagte er. Erst im Februar hatte das Landgericht Berlin im Prozess um ein illegales tödliches Autorennen die Angeklagten wegen Mordes verurteilt und damit einen Präzedenzfall geschaffen. In Zittau habe es bisher nur Blechschäden gegeben, hieß es.

Verkehrsrechtler Dieter Müller schilderte, wie schwer die illegalen Raser zu greifen sind. "Es braucht immer einen Zeugen oder den Mitschnitt einer Autokamera", sagte der Professor der Hochschule der Sächsischen Polizei in Rothenburg. Oft gehe es nicht mehr nur um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straßenverkehrsgefährdung.