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| 08:03 Uhr

Vattenfall-Pläne – Opposition rügt Informationsdefizit der Regierung

Potsdam. Brandenburgs Landesregierung hätte frühzeitig über die Pläne des Energiekonzerns Vattenfall zur Restrukturierung seines Europageschäfts informiert sein müssen. Dass Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) erst nach Medienberichten über einen möglichen Rückzug von Vattenfall aus Deutschland ein Gespräch mit der Konzernleitung anberaumte, sei ein „Managementfehler der Landesregierung“ und ein „Unding“, erklärte der FDP-Landesvorsitzende Gregor Beyer am Donnerstag gegenüber der RUNDSCHAU.

"Wenn man einen so großen Konzern im Land hat wie Vattenfall, dann darf man von dessen Entscheidungen nicht überrascht werden", so Beyer. Christoffers hatte nach Bekanntwerden der Restrukturierungspläne im Interview mit der RUNDSCHAU erklärt, noch keine konkreten Informationen vorliegen zu haben.

Auch der Sprecher für Energiepolitik der Landes-CDU, Steeven Bretz, erklärte gegenüber der RUNDSCHAU, die Linke in Brandenburg und das Wirtschaftsministerium seien "offenkundige ‚Experten‘ im Tal der Ahnungslosen."

Dabei erfahre man über ein direktes Gespräch, wie es die Mitglieder der CDU-Fraktion vor Kurzem in der Vattenfall-Zentrale in Stockholm geführt hätten, häufig mehr: "Die Tatsache, dass Vattenfall einen strategischen Investor sucht, ist seit längerer Zeit bekannt und auch transparent bekundet worden."

Brandenburgs Grüne haben sich indes mit einem Brief an die Fraktion der grünen "Milljöpartiet" im schwedischen Reichstag gewandt und davor gewarnt, Tagebaue und Braunkohlekraftwerke an Hedgefonds oder Konkurrenten zu verkaufen. Vielmehr müsse sich Vattenfall für einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Braunkohle einsetzen.

"Mit einem bloßen Verkauf der Kraftwerke in Jänschwalde und Schwarze Pumpe an Hedgefonds oder Konkurrenten wäre damit zu rechnen, dass mit einer verschärften Ausbeutung der Brandenburger Lagerstätten zu rechnen ist", so Vogel. las