Am Montagmittag ereilte ein ungewöhnlicher Notruf die Beamten des Führungs- und Lagezentrums der Polizei in Görlitz. Eine Bewohnerin der Görlitzer Blumenstraße teilte mit, dass im Hinterhof des Nachbargrundstückes ein Wolf herumläuft. Tatsächlich wurde durch die eingesetzten Beamten das Tier erblickt, welches kurze Zeit später durch ein Fenster in den Keller des Hauses gelangte. Ein alarmierter Tierarzt konnte den Wolf betäuben und behandeln, da er sich beim Sprung durch das Fenster leicht verletzte. Isegrim wurde dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie/Fachstelle „Wolf“ übergeben. Für Personen bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.

22 Wolfsrudel in Sachsen

„Die Sicherheit, dass es sich um einen Wolf handelt, liegt bei 100 Prozent“, sagte ein Polizeisprecher. Ob sich das Tier verirrt hatte oder auf Futtersuche befand, ist offen. In dem Hinterhof in der Görlitzer Innenstadt, wo es gesichtet wurde, standen mehrere Mülltonnen. Der Fundort des Wolfes liege auch nur wenige Hundert Meter Luftlinie vom Ufer der Neiße entfernt, sagte der Sprecher. Für Menschen habe durch das Tier keine Gefahr bestanden.

Nach der letzten Bestandsaufnahme gibt es in Sachsen derzeit 22 Wolfsrudel. Damit rangiert der Freistaat hinter Brandenburg und Niedersachsen auf Platz drei in Deutschland.