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| 17:32 Uhr

Unfall-Tragödie auf der A9
Vier Menschen sterben in Autowrack

Blick auf die Unfallstelle auf der A 9.
Blick auf die Unfallstelle auf der A 9. FOTO: dpa / Hendrik Schmidt
Kleinliebenau. Ein Lastwagen gerät auf der Autobahn 9 ins Schleudern und rauscht in den Gegenverkehr. Die Insassen eines entgegenkommenden Auto haben keine Chance. Von Birgit Zimmermann

Es ist der Albtraum eines jeden Autofahrers: Ein Lastwagen fährt in der Gegenrichtung auf der Autobahn. Plötzlich gerät der Koloss ins Schleudern, durchbricht die Mittelleitplanke und rauscht mit Wucht auf die eigene Fahrbahnseite. Am Donnerstag passiert genau dieser Horror auf der Autobahn 9 bei Leipzig. Der Unglücks-Tieflader hat einen zweiten Lkw geladen, ein Baufahrzeug. Dieses stürzt auf ein Auto. Dessen vier Insassen haben keine Chance. Sie sterben in dem völlig zertrümmerten Wrack.

Der Sattelschlepper aus Thüringen fährt am Mittag zwischen den Anschlussstellen Großkugel und Leipzig-West auf der rechten Fahrspur in Richtung München. Die Polizei vermutet, dass ein Reifenplatzer den folgenschweren Unfall auslöst. Der Fahrer verliert die Kontrolle. Der Lastwagen fährt durch die Mittelleitplanke über alle Spuren der Gegenfahrbahn. Dabei stürzt der geladene Kipper hinunter und prallt gegen ein Auto aus Berlin.

„Das ist von der Anzahl der Toten her einer der schwersten Unfälle, die wir in der Region in den vergangenen Zeit hatten“, sagt ein Polizeisprecher. Zum Alter und Geschlecht der Opfer können die Ermittler zunächst keine Angaben machen. Vier weitere Menschen werden verletzt. Es handele sich dabei um den Lkw-Fahrer und einen Mitfahrer sowie zwei Insassen eines dritten, in den Unfall verwickelten Autos aus Salzburg. Die vier Leichtverletzten werden in Krankenhäuser gebracht.

Die Autobahn 9 wird in Richtung Berlin gesperrt. Autos, die in dem kilometerlangen Stau an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt feststecken, werden von der Polizei rückwärts über die Anschlussstelle Leipzig-West von der A9 geleitet. In Richtung München kann der Verkehr über den Standstreifen am Unfallort vorbeirollen. Auch dort gibt es Stau.

Ob wirklich ein Reifenplatzer die Tragödie ausgelöst hat, müsse nun untersucht werden, sagt der Polizeisprecher. Neben der Polizei sind die Feuerwehr und Experten der Dekra vor Ort und sichern Spuren. Zudem müssen der Lastwagen, der in der Böschung festhängt, und der umgestürzte Kipper geborgen werden. Wann die A9 in Richtung Berlin wieder freigegeben werden kann, ist zunächst ungewiss. Die Sperrung soll bis in die Abendstunden andauern.