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| 01:05 Uhr

Umweltbildung braucht eine Förderrichtline

Sächsische Umweltbildungsvereine verlangen eine Förderrichtlinie des Landes für die Sicherung ihrer Arbeit. Von susanne schöpe

"In vielen anderen Bundesländern ist eine solche Förderrichtlinie gang und gäbe, in Sachsen hingegen werden nur sporadisch Projekte unterstützt", sagte der Leiter der Akademie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, Hans-Joachim Gericke. Doch gerade Einrichtungen für Umweltbildung bei Kindern und Jugendlichen könnten nicht kostendeckend arbeiten, weshalb Zuschüsse zum Erhalt einiger Bildungseinrichtungen dringend notwendig seien. Auch in den Nachbarländern Thüringen und Sachsen-Anhalt beklagen die Träger von Bildungsangeboten im Umweltbereich sinkende Zuschüsse.
Gericke sagte, dank des "Netzwerkes Umweltbildung" werde sich zukünftig die Qualität der Bildungsangebote in Sachsen verbessern. Mit dem Netzwerk sei seit rund einem Jahr eine Stelle für Koordination, Qualifizierung und Erfahrungsaustausch der 170 Mitglieder, meist Umweltbildungseinrichtungen, geschaffen. "Im Moment geht es darum, das weite Tätigkeitsfeld Umwelterziehung genau zu erfassen und zu definieren.
Im nächsten Schritt wird es dann einen Umweltbildungskatalog Sachsen geben. Gemeinsam mit anderen Institutionen wie der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung und den Industrie- und Handelskammern wollen wir so die Projekte immer mehr professionalisieren, sie sollen zu kompetenten Ansprechpartnern für Schulen und Kommunen werden", sagte Gericke.
Ziel des Netzwerkes sei auch, die Erwachsenenbildung stärker in den Vordergrund zu rücken. "Natürlich ist die Arbeit mit Kindern wichtig, aber Lernen ist ein lebenslanger Prozess. Deshalb müssen Angebote für jede Altersstufe entwickelt werden", betonte Gericke.
Nach Darstellung des Kultusministeriums spielt Umwelterziehung in Sachsens Lehrplänen vor allem in fünf Schulfächern eine zentrale Rolle. So behandelten die Schüler vor allem im Fach Biologie, aber auch in Geografie, Chemie, Physik sowie in Heimatkunde oder Sachunterricht verstärkt Themen rund um das Thema Umweltschutz.
Daneben sei bei entsprechender Interpretation der Unterrichtspläne auch in Geschichte, Kunsterziehung, Musik, Ethik, Religion und Gemeinschaftskunde Gelegenheit, Umweltthemen zu behandeln. Burkhard Vogel, Landeschef des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Thüringen, empfiehlt unmittelbares Erleben in der Natur. Heranwachsende hätten immer seltener Gelegenheit, Natur zu erleben.