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| 01:05 Uhr

Umdenken bei Pflege und Medizinerausbildung angemahnt

Dresden.. Sozialexperten der Union haben ein Umdenken bei der Pflege Kranker und Alter angemahnt. Nach einem Treffen der sozialpolitischen Sprecher von CDU/CSU-Landtagsfraktionen forderten sie gestern in Dresden unter anderem eine stationäre „Überleitungspflege“.

Im Krankenhaus nehme der Druck auf eine schnelle Entlassung der Patienten zu, sagte der Chef der Sprecher, Hermann Josef Arentz (Nordrhein-Westfalen). Für Bedürftige, die vielleicht keine Familienangehörigen zur weiteren Pflege haben, müsse aus Gründen der Menschlichkeit etwas getan werden.
Nach Ansicht von Arentz könnten Krankenhäuser beispielsweise Abteilungen umwidmen und pflegerische Hilfe anbieten. Unter Leitung der CDU-Sozialexperten im niedersächsischen Landtag soll zum Thema "Überleitungspflege" ein Konzept entstehen. Hintergrund sind die so genannten Fallpauschalen. Mit ihnen rechnen Krankenhäuser fortan nicht mehr die Liegedauer des Patienten ab, sondern die tatsächlich erbrachten Leistungen. Eine Untersuchung in Sachsen hatte ergeben, dass in Krankenhäusern mit Fallpauschale die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Patienten im ersten Quartal 2003 um zehn Prozent sank.
Strikt sprachen sich die CDU/CSU-Sozialexperten gegen eine Altersbeschränkung für Operationen aus. Notwendige operative Eingriffe dürften auch im hohen Alter nicht ausgeschlossen werden. Alles andere sei ein "Anschlag auf die Würde des Menschen", sagte Arentz.
Als Defizit wurde die Ausbildung von Altenpflegern und Medizinern genannt. "Es werden nicht zu wenig Mediziner ausgebildet, aber zu wenig Absolventen gehen in die Medizin", betonte Arentz. Aus diesem Grund müssten die Arbeitsbedingungen für junge Ärzte verbessert werden: "Das sind Arbeitsverhältnisse, die teilweise an Ausbeutung grenzen." Problematisch sei ferner der Mangel an Altenpflegern besonders im Westen. Im Schnitt würden Altenpfleger nur 5,2 Jahre in dem Beruf bleiben, weil sie dort schnell "ausbrennen". Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung müsse alles dafür getan werden, damit künftig ausreichend Pflegefachkräfte vorhanden sind. (dpa/gb)