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| 10:47 Uhr

Bergakademie ehrt ihren bedeutendsten Absolventen
Glasarche eröffnet das Freiberger Humboldt-Jahr

 Die Glasarche in der übergroßen Hand: das Glas-Holz-Ensemble symbolisiert die Bewahrung der Natur- und Kulturlandschaft durch Menschenhand. Das Kunstwerk erinnert an  Alexander von Humboldt.
Die Glasarche in der übergroßen Hand: das Glas-Holz-Ensemble symbolisiert die Bewahrung der Natur- und Kulturlandschaft durch Menschenhand. Das Kunstwerk erinnert an Alexander von Humboldt. FOTO: Detlev Müller
Freiberg. Alexander von Humboldt ist einer der berühmtesten Absolventen der Bergakademie. Ein Kunstwerk auf dem Schlossplatz erinnert an den Weltreisenden. Von Sybille von Danckelman

Der 250. Geburtstag ist Anlass für das Humboldt-Jahr in Freiberg. Denn Friedrich Alexander von Humboldt ist der bedeutendste Absolvent der Bergakademie. Von Juni 1791 bis zum Februar 1792 zog Humboldt, der als eines der letzten Universalgenies gilt, das eigentlich dreijährige Studium durch. Er widmete sich umfassend den Natur- und Montanwissenschaften. Zu seiner wohl berühmtesten Entdeckung in Freiberg zählt die unterirdische Pflanzenwelt, die er 1793 in seinem Band „Flora Fribergensis“ veröffentlichte. Viele der dort vorkommenden Arten hat Humboldt erstmalig entdeckt und neu beschrieben. So teilt es die TU Bergakademie Freiberg mit.

Das erste Highlight dieses besonderen Jubiläumsjahres ist nun auf dem Freiberger Schlossplatz zu sehen: eine Glasarche. Sie soll an die zahlreichen Schiffsreisen des berühmten Weltreisenden und Entdeckers erinnern.

Bis zum 1. April macht das vom Landschaftspflegeverein Mittleres Elstertal geschaffene Kunstwerk nun Station in Freiberg. Das teilt TU-Sprecherin Birgit Holthaus mit. Die Arche ist bereits seit Juni 2016 auf einer Reise durch Natur- und Kulturgebiete Mitteldeutschlands. An ausgewählten Stationen ausgestellt, soll die Glasarche die Menschen an die Zerbrechlichkeit der Natur und ihren Schutzauftrag erinnern. Arrangiert wird das gläserne Kunstobjekt in einer rund fünf Meter großen Holzhand, gestaltet von dem bayerischen Künstler Christian Schmidt. In leicht geneigter Position visualisiert das Glas-Holz-Ensemble, dass die Bewahrung der Natur- und Kulturlandschaft in Menschenhand liegt, beschreibt TU-Sprecherin Holthaus das Anliegen. Gleichsam assoziiert die Komposition eine fließende Bewegung, in der die Glasarche der hölzernen Hand scheinbar entgleitet, die Verantwortung sozusagen auf den konkreten Betrachter übergeht.

Die Arche sei Ausdruck unseres heutigen, von Alexander von Humboldt geprägten, Verständnisses von der Natur als Kosmos, im dem vom Kleinsten bis zum Größten alles miteinander verwoben ist, und dessen integraler Bestandteil wir Menschen sind. Humboldt habe sein in Freiberg erlangtes Rüstzeug für sein gesamtes Forscherleben und seine berühmten Expeditionen nach Russland und Lateinamerika genutzt, betont Rektor Prof. Klaus-Dieter Barbknecht. „Er war ein ‚MINT-Student‘ der ersten Stunde und ist mit seinen Idealen der Weltoffenheit und Courage bis heute beispielgebend für die TU Bergakademie Freiberg und ihre Universitätsstadt. Denn junge, wissbegierige und weltoffene Menschen – wie Alexander von Humboldt damals – sind unsere Zukunft.“

Für den 14. Juni, dem Tag des Studienbeginns 1791, ist eine Festveranstaltung zu Humboldts Ehren in der Alten Mensa in Freiberg geplant. An seinem Geburtstag, dem 14. September, wird gemeinsam mit dem Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft e.V. eine Bergparade durchgeführt, die den Spuren des berühmten Freiberger Studenten folgt. Ein Konzert am Abend soll mit südamerikanischen Musikstücken an seine Reisen durch diesen Kontinent erinnern.

 Mit der Übergabe eines Humboldt-Gemäldes des Berliner Malers Christoph Wetzel (r.) hat die TU Bergakademie Freiberg das Humboldt-Jahr eröffnet. Das Gemälde ist eine Kopie des in Schloss Charlottenburg in Berlin hängenden Kunstwerkes von Joseph Stieler aus dem Jahre 1843. Prof. Jörg Matschullat von der TU Bergakademie Freiberg, Oberbürgermeister Sven Krüger und Rektor Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht (v.l.) bei der Übergabe des Gemäldes.
Mit der Übergabe eines Humboldt-Gemäldes des Berliner Malers Christoph Wetzel (r.) hat die TU Bergakademie Freiberg das Humboldt-Jahr eröffnet. Das Gemälde ist eine Kopie des in Schloss Charlottenburg in Berlin hängenden Kunstwerkes von Joseph Stieler aus dem Jahre 1843. Prof. Jörg Matschullat von der TU Bergakademie Freiberg, Oberbürgermeister Sven Krüger und Rektor Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht (v.l.) bei der Übergabe des Gemäldes. FOTO: TU Bergakademie Freiberg