| 11:36 Uhr

Tillich kritisiert Benachteiligung ostdeutscher Standorte

Der Ministerpräsident von Sachsen Stanislaw Tillich (CDU)
Der Ministerpräsident von Sachsen Stanislaw Tillich (CDU) FOTO: Kay Nietfeld (dpa)
Dresden. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) wirft Großunternehmen vor, ostdeutsche Standorte zu benachteiligen. Auch beim Sponsoring komme der Osten zu kurz. dpa/bob

Tillich sagte dem MDR am Samstagmorgen, es dürfe keinen Bonus für einen Standort geben, weil dort der Ursprung des Unternehmens liege. Westdeutsche Konzerne verglichen ihre ostdeutschen Standorte nicht mit denen im Westen, sondern mit Niederlassungen im Ausland. "Ich wünsche mir, dass alle Standorte die gleiche Chance haben. Der, der wettbewerbsfähiger ist, muss Zukunft haben."

Außerdem bemängelte Tillich mangelhaftes Sponsoring von Sport und Kultur im Osten. Große Unternehmen würden auch bei diesem Thema immer mehr am Heimatsitz fördern. In Bezug auf ostdeutschen Fußball kritisierte Tillich: "Man muss sich schon auf der Zunge zergehen lassen, dass jetzt gerade so eine heftige Kritik an RB Leipzig geübt wird." Es sei ein Armutszeugnis für die deutsche Großindustrie, dass sie sich anderswo beteiligen wolle, bei einem ostdeutschen Fußballverein aber nicht - und dass es dafür mit Red Bull einen österreichischen Unternehmer brauche.