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Bilanz und Ausblick
Theateraufwind in der Oberlausitz

Die Inszenierung des Gerhart-Hauptmann-Theaters von Menottis Oper „Der Konsul“ erlebte am 18. November 2017 ihre Premiere in Görlitz.
Die Inszenierung des Gerhart-Hauptmann-Theaters von Menottis Oper „Der Konsul“ erlebte am 18. November 2017 ihre Premiere in Görlitz. FOTO: Marlies Kross
Görlitz/Bautzen. Görlitz-Zittau sieht Entwicklungsperspektiven. Bautzener Theatersommer meldet Rekord.

Die Theater in der Oberlausitz verweisen auf ein erfolgreiches Bühnenjahr 2017 und starten nun mit spannenden Vorstellungen ins neue Jahr. Das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau hat angesichts von 140 000 Besuchern und soliden Einnahmen von etwa zwei Millionen Euro eine positive Bilanz für 2017 gezogen. Die Intendanz sprach in Görlitz von einem „erfolgreichen Jahr“, obwohl die Resonanz um gut 13 000 Zuschauer unter der des Vorjahres lag und die finanzielle Situation angespannt ist. 2017 gab es 663 Vorstellungen und damit 37 weniger. Gut drei Viertel der Gäste sahen sich die Eigenproduktionen des Vier-Sparten-Hauses an, vor allem im Musiktheater und Schauspiel.

Die Konzerte der Neuen Lausitzer Philharmonie waren erneut Garant für volle Häuser, allein die Auslastung der Philharmonischen Konzerte lag bei 86 Prozent. Auch Sommer- und Weihnachtstheater erwiesen sich einmal mehr als Publikumsrenner, hieß es. 8700 Gäste besuchten allein die Philharmonischen Konzerte in den beiden Stammhäusern in Görlitz und Zittau und sorgten in der Konzertsparte für eine stabile Besucherzahl von 20  000. Weiter etabliert haben sich auch die Jungen Konzerte, die es mit 20 Vorstellungen auf 6300  Zuschauer brachten und zu 71 Prozent ausgelastet sind.

Auch die Entwicklungsperspektive des Orchesters sieht rosig aus, teilt das Theater mit. Dank der Förderung aus dem Bundesprogramm „Exzellente Orchesterlandschaft“ ist es möglich, mit der Neuen Lausitzer Philharmonie innovative Wege zur Musikvermittlung und im Orchestermarketing einzuschlagen. Wesentlich weniger Veranstaltungen im Vergleich zum Vorjahr standen allerdings auf dem Spielplan der Görlitzer Tanzcompany: 6600 Zuschauer sahen 31 Tanztheaterveranstaltungen.

Steigender Beliebtheit erfreuen sich indes die Produktionen im Sommer- und im Weihnachtstheater. Allein 108 Veranstaltungen standen im Dezember auf den Spielplänen beider Standorte – ein Angebot, das rund 29 000 Besucher gern annahmen.

In ihrer zweiten Spielzeit verzeichnete die Freiluftspielstätte im Görlitzer Stadthallengarten ein deutliches Besucherplus. Das breite Angebot von Produktionen aus allen vier Sparten hat sich damit ebenso etabliert wie die Spielstätte selbst. Weit vorn in der Besuchergunst lag die eigens für das Sommertheater inszenierte Operette „Frau Luna“ von Paul Lincke. Knapp 3000 Zuschauer sahen diese Produktion des Musiktheaters.

Eine Auslastung von 97 Prozent kann das Sommertheater im atmosphärischen Zittauer Klosterhof vorweisen. 2500 Zuschauer sahen die Inszenierung der Kriminalkomödie „Der Pavillon“, die zu Beginn der Spielzeit als beliebteste Inszenierung in Zittau mit dem Gerhart-Hauptmann-Theater-Preis ausgezeichnet wurde. Aufgrund von Sanierungsarbeiten kann die beliebte Freiluftspielstätte in diesem Sommer nicht bespielt werden. Ausweichspielstätte ist dann der Schillergarten in direkter Nachbarschaft zum Zittauer Schauspielhaus.

Auch das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen blickt auf ein erfolgreiches Theaterjahr 2017 zurück. Die Zahl der Besucher stieg auf 155 081. Im Jahr zuvor waren es 152 500 Besucher gewesen. Auch die Zahl der Veranstaltungen stieg von 895 im Jahr 2016 auf 961.Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 19 Premieren im Schauspiel und neun Premieren im Puppentheater, sechs davon in sorbischer Sprache, zieht das Theater positive Bilanz.

Der 22. Bautzener Theatersommer endete mit einem Zuschauerrekord. 34 Vorstellungen „Die Olsenbande wandert aus“ ließen sich 40 154 Zuschauer  nicht entgehen. Noch nie in der Geschichte des Bautzener Theatersommers gab es so viele Theatersommer-Besucher, teilt das Theater mit.

Schon am Freitag entert im Großen Haus die Olsenbande erneut die Bühne. Dann wird „Die Olsenbande und das Gebiss des Grauens“ zu erleben sein. Mit diesem musikalischen Intermezzo, aufgeschrieben von Lutz Hillmann, startet das Theater mit einer zusätzlich in den Spielplan aufgenommenen Premiere ins neue Jahr. Ein augenzwinkernd zubereiteter Cocktail aus Schauspiel, Tanz und Musik, Oper, Rock und Schlager erwartet die Fans des dänischen Gaunertrios und verkürzt die Wartezeit bis zum Start des 23. Bautzener Theatersommers, wo es dann ab Juni heißt: „Die Olsenbande hebt ab“.

(dpa)