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| 16:40 Uhr

Entwarnung in Dresden
Teilweise explodierte Bombe in Dresden ist entschärft

Die Polizei hat ein Bild aus dem Helikopter vom Ort der Explosion veröffentlicht.
Die Polizei hat ein Bild aus dem Helikopter vom Ort der Explosion veröffentlicht. FOTO: Polizei Sachsen
Dresden . Die Entschärfung einer Fliegerbombe in Dresden ist am Mittwochabend missglückt. Es kam zu einer Teilexplosion. Nachdem ein Roboter das Feuer gelöscht hat, konnte die Bombe entschärft werden.

Update: Die Polizei vermeldet soeben über Twitter (16.40 Uhr), dass die Bombe entschärft wurde und die Sperrungen aufgehoben werden, sodass die evakuierten Anwohner in ihre Wohnungen zurückkehren können.

Die Bergung einer fünf Zentner schweren Fliegerbombe in Dresden verzögert sich nach einer Teilexplosion erneut um mehrere Stunden. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, war nach dem Zwischenfall ein Brand entstanden. Deshalb könne zunächst niemand den unmittelbaren Gefahrenbereich betreten, hieß es. Das sei erst möglich, wenn das Feuer erloschen ist und die Reste der Bombe ausgekühlt sind, erklärte Polizeisprecher Thomas Geithner.

Gegen 7.20 Uhr informierte die Polizei via Twitter: „Es brennt noch am Fundort. Wir haben uns mit unserem Hubschrauber einen Überblick verschafft. Die Evakuierungszone hat weiterhin bestand. Die Gefahr ist nicht gebannt! Bitte beachten Sie die Sperrungen und umfahren das Gebiet weiträumig.“

Einen Zeitplan, wie es weitergeht, konnte die Polizei auch im Lauf des Vormittags nicht vorlegen. „Im Moment ist die Gefahr recht hoch und eine Einschätzung der Lage nicht möglich. Daher wird es sicher keine Möglichkeit geben, auch nur kurz in den Sicherheitsbereich zu kommen“, so ein Sprecher.

Gegen Mittag erklärte die Polizei dann, dass nun ein Löschroboter der Feuerwehr eingesetzt werde. „Über Hubschrauber und Drohneneinsatz erfolgt die Koordinierung. Die Explosionsgefahr besteht weiterhin“, so die Einschätzung. Wenn das Feuer gelöscht und der Ort der Explosion abgekühlt sei, werde versucht, die die Bombe vom Schutt zu befreien. „Dann kann eine Gefahreneinschätzung erfolgen. Von dieser hängt ab, ob der Sperrkreis verkleinert werden kann“, so Polizeisprecher Thomas Geithner.

Nach Darstellung der Polizei hatte die Teildetonation am Abend das Dämmmaterial rund um die Bombe in Brand gesetzt. Die Spezialisten hatten zuvor den Zünder mit einer sogenannten Raketenklemme versehen, die aus der Ferne gesteuert und den Zünder aus dem Sprengkörper herausdrehen sollte. Das gelang zwar, dennoch detonierte eine bislang unbekannte Menge des Sprengstoffes in der Bombe.

Da zuvor mit einer möglichen Explosion gerechnet worden war, war noch vor Beginn der Entschärfung ein Schutzwall um die Fliegerbombe errichtet worden. Das nahm mehrere Stunden in Anspruch.

„Da aktuell nicht eingeschätzt werden kann, wie viel Sprengstoff sich noch in der Bombe befindet, geht von dieser weiterhin ein erhebliches Gefahrenpotenzial aus“, teilte die Dresdner Polizeidirektion mit. Deswegen blieben sowohl die Evakuierung des Gebietes als auch die entsprechenden Straßensperrungen bis auf Weiteres bestehen.

Deshalb müssen mehrere Tausend Bewohner des betroffenen Viertels bereits die zweite Nacht in Folge in einer Notunterkunft verbringen. Dieser Umstand führte zu einer Welle der Hilfsbereitschaft. Viele Dresdner boten Betroffenen Quartier und Verpflegung an.

Auch der Flugverkehr ist betroffen. Die Flugsicherung habe am Donnerstag wieder eine Sperrung des Luftraumes über der Stadt ausgerufen, teilte ein Sprecher des Flughafens in Dresden am Donnerstagmorgen mit. Dadurch seien Starts und Landungen am Flughafen nicht möglich. Gegen 12 Uhr gebe es weitere Informationen der Flugsicherung, so der Sprecher des Flughafens.

Die geplante Bombenentschärfung hatte Dresden schon den ganzen Mittwoch in Atem gehalten. Immer wieder waren Einsatzfahrzeuge mit Sirenen zu hören. Über dem betroffenen Gebiet kreiste zeitweise ein Hubschrauber. Straßenbahn und Bahnverkehr waren genauso betroffen wie zeitweilig der Flugbetrieb am Airport Dresden.

Bombenentschärfungen sind in Dresden keine Seltenheit. Die Stadt war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach von britischen und amerikanischen Bombern schwer zerstört worden. Ein Teil der Munition blieb als Blindgänger im Boden und taucht bis heute bei Bauarbeiten auf. Der aktuelle Einsatz entscheidet sich aber von einer Routine- Entschärfung, weil sich der Zünder nicht wie sonst häufig üblich gefahrlos aus dem Sprengkörper entfernen ließ.

(dpa/bov)