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Tausende Anhänger feiern Pegida

Dresden. Seit Oktober 2014 treffen sich Anhänger des islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses in Dresden zu Kundgebungen. Zum zweijährigen Bestehen bringt Pegida 8000 Menschen zusammen – und einige Hundert Gegner. dpa/oht

Das islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bündnis hat bei einer Kundgebung zu seinem zweijährigen Bestehen am Sonntag in Dresden nach Schätzungen gut 8000 Menschen auf die Straße gebracht. Mehrere Hundert Menschen beteiligten sich an Gegenprotesten. Zu Zwischenfällen kam es laut Polizei nicht.

Als Redner traten auf dem Theaterplatz vor der Semperoper auch der Österreich-Chef der in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung, Martin Sellner, der Chefredakteur des rechten Compact-Magazins, Jürgen Elsässer, und der Bundesvorsitzende der rechtspopulistischen Kleinpartei Die Freiheit, Michael Stürzenberger, auf. Unter "Merkel muss weg"- und "Volksverräter"-Rufen griffen Redner die Bundesregierung wegen der Flüchtlingspolitik an und forderten einen Stopp der Zuwanderung.

Polizei ließ Protest von Pegida-Gegnern in Sicht- und Hörweite zu. Bei Demonstrationen zum einjährigen Bestehen von Pegida war es im vergangenen Jahr zu gewalttätigen Zusammenstößen gekommen. Damals hatten beide Seiten noch jeweils 20 000 Menschen mobilisieren können.

Das fremdenfeindliche Bündnis war im Oktober 2014 in Dresden erstmals auf die Straße gegangen. Anfangs beteiligten sich Hunderte, im Januar 2015 bis zu 25 000 Menschen. Nach internen Querelen gingen die Zahlen zurück.

Die Polizei meldete je zwei Verfahren wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz sowie je eines wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung.

Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 1700 Beamten im Einsatz. Die Sachsen wurden von Kräften aus mehreren Bundesländern, darunter aus Brandenburg, sowie Bundespolizisten unterstützt.