| 15:49 Uhr

Polizei
Taffe Senioren mit Doppelschlag gegen Trickbetrüger

Weil Senioren rechtzeitig die Polizei alarmiert haben, wandern Trickbetrüger in den Knast.
Weil Senioren rechtzeitig die Polizei alarmiert haben, wandern Trickbetrüger in den Knast. FOTO: Frank Hilbert
Berlin/Dresden. 2:0 im Kampf der Senioren gegen die miesen Trickbetrüger. Gleich zwei Schläge gegen Betrügerbanden konnten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag verkünden. In beiden Fällen waren Rentner clever genug, um rund 180 000 Euro Schaden abzuwenden. Von Bodo Baumert

In Sachsen hat die Polizei sechs Betrügern das Handwerk gelegt, die Geld und Schmuck im Wert von insgesamt 160 000 Euro bei Senioren ergaunert haben sollen. Den Angaben zufolge gab sich stets einer der Männer im Alter von 21 bis 37 Jahren als Polizeibeamter bei den älteren Menschen aus. Telefonisch teilte er mit, dass ihre Namen auf der Liste einer Einbrecherbande stünden. Die Senioren wurden aufgefordert, ihr Geld vom Konto abzuheben und es dem Kriminalbeamten zur sicheren Verwahrung zu übergeben. Einer der Tatverdächtigen konnte bereits im April auf frischer Tat gestellt werden, wie die Polizei in Dresden am Freitag mitteilte. Senioren hatten die tatsächliche Polizei gerufen, die dann zuschlagen konnte. Im Zuge der weiteren Ermittlungen konnten die Beamten auch seinen fünf Komplizen das Handwerk legen. Die Fälle ereigneten sich unter anderem in Dresden, Hamburg und Lübeck.

Einer weiteren europaweit agierenden Bande sind Ermittler in Berlin auf die Spur gekommen. Mit dem „Enkeltrick“ sollen sie versucht haben, ältere Menschen um ihre Ersparnisse zu bringen. Nun hat die Berliner Generalstaatsanwaltschaft Anklage erhoben gegen einen 34-Jährigen. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, traf sich eine 86-Jährige nur zum Schein mit dem Mann für eine Geldübergabe. „Sie hat die Finte gerochen und die Polizei alarmiert“, sagte Sprecher Martin Steltner.

Die Seniorin wurde laut der Behörde von einem noch unbekannten Komplizen des 34-Jährigen angerufen. Am Telefon gab sich dieser als ihr Neffe aus; wegen eines Verkehrsunfalles benötige er 17 000 Euro. Zum Schein ging die Frau auf das Hilfeersuchen ein - und erschien mit einem Briefumschlag zum vereinbarten Treffpunkt mit dem 34-Jährigen im Bezirk Charlottenburg. Bevor sich der Mann das Geld greifen konnte, nahmen ihn die Polizisten in der Fasanenstraße fest.

Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Er soll sich nun vor dem Landgericht wegen versuchten gewerbsmäßigen Bandenbetruges verantworten müssen.