ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 03:09 Uhr

Suche nach den Stärken der Energieregion Lausitz

Alte und neue Stromerzeugungstechnik. Die Lausitz wird voraussichtlich noch auf Jahrzehnte eine Energieregion bleiben. Foto: dpa
Alte und neue Stromerzeugungstechnik. Die Lausitz wird voraussichtlich noch auf Jahrzehnte eine Energieregion bleiben. Foto: dpa FOTO: dpa
Großräschen. Welche fachliche Kompetenz steckt in der Region? Welche Wirtschaftszweige können die Zukunft der Lausitz prägen? In einem Jahr will die Energieregion Lausitz Antworten auf diese Fragen geben. Simone Wendler

. Es ist kein Zufall, dass die Energieregion Lausitz auf der Terrasse der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Großrä schen ihr neues Vorhaben vorstellt. Der Zusammenschluss der vier Südbrandenburger Landkreise und der Stadt Cottbus will seit zwei Jahren bewusst an die IBA anknüpfen und die Region voranbringen. Doch dazu muss der Kurs klar sein.

Deshalb hat die Energieregion Lausitz nun die Prognos AG beauftragt, eine Kompetenzfeldanalyse anzufertigen. Die Kosten von etwa 90 000 Euro trägt der Energiekonzern Vattenfall. Prognos habe sich bei einer Ausschreibung für diesen Auftrag durchgesetzt, sagt Frank Szymanski (SPD), Oberbürgermeister von Cottbus und derzeitiger Sprecher der Energieregion.

Anlass für diese Analyse sei das Zusammentreffen von demografischem Wandel, geänderten Rahmenbedingungen wie der eingeleiteten Energiewende und die Forderung der Wirtschaft, bei der regionalen Entwicklung stärker über die Grenzen nach Sachsen, Berlin und Polen zu schauen.

Das Ziel der jetzt beginnenden Analyse sei es, fünf bis sieben Kompetenzfelder zu definieren, so Szymanski. Denn wenn es um Unternehmensansiedlungen und den Ausbau vorhandener Produktionsketten gehe, sei ein klares Profil der Region nötig. "Wenn es um die Erprobung und Produktion von Anlagen zur Stromspeicherung geht, soll das in der Lausitz geschehen", nennt der Sprecher der Energieregion ein Beispiel.

Dass es höchste Zeit ist, die Kräfte für die regionale Entwicklung klar auszurichten, zeigen Zahlen, auf die die Kompetenzfeldanalyse aufbaut. Bei der Untersuchung der Zukunftsfähigkeit aller deutschen Städte und Kommunen durch Prognos zeichnete sich schon 2010 ab, dass die Ost-West-Teilung sich langsam auflöst und beispielsweise der Norden des Dahme-Spreewald-Kreises zu den Wachstumsgebieten gehört.

"Wenn die Bevölkerungszahl in einer Region zurückgeht, muss man nicht nur über Rückbau, sondern über die Gestaltung der Zukunft nachdenken", sagt Olaf Arndt von Prognos. Die Abwanderung aus der Lausitz sei abgebremst, doch die Kinder derer, die vor Jahren weggegangen sind, fehlten heute in der Lausitz. Seit 2006 steige die Zahl der Erwerbstätigen in der Lausitz jedoch wieder an.

Die Kompetenzfeldanalyse, mit der Prognos beauftragt wurde, soll "dialogorientiert" vorgenommen werden. Das bedeutet, dass sich möglichst viele regionale Akteure an der Diskussion beteiligen sollen. Diskussionsrunden zu Fachthemen und drei Regionalkonferenzen sollen dafür das Podium bieten.

Am Ende soll in einem Jahr ein Papier vorliegen, das beschreibt, wohin sich die Lausitz entwickeln will. Die Region, kündigt Olaf Arndt von Prognos an, werde mit der Analyse jedoch auch ein Signal nach Potsdam senden, um in der Landeshauptstadt klar zu machen, wo die Lausitz die Hilfe der Landespolitik braucht.

Zum Thema:
Die Prognos AG mit Sitz in Basel (Schweiz) ist ein Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen. Zu den Auftraggebern gehören Firmen, Kommunen, Verbände und Landesregierungen. Zu den in Brandenburg realisierten Aufträgen gehörte eine Gewerbeflächenbedarfsprognose für die Westlausitz. Auftraggeber waren dafür 2010 die Städte Finsterwalde, Großräschen, Lauchhammer, Schwarzheide und Senftenberg.