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| 11:25 Uhr

Flurbereinigung in Sachsen
Struktur der Grundstücke und deren Grenzen komplett neu gestaltet

Der Wald in  Miltitz bei Meißen gehört zum Staatsbetrieb Sachsenforst. Foto: dpa
Der Wald in Miltitz bei Meißen gehört zum Staatsbetrieb Sachsenforst. Foto: dpa FOTO: dpa / Arno Burgi
Dresden. Das Flurbereinigungsverfahrens Koselitz (Landkreis Meißen) ist am Dienstag offiziell abgeschlossen worden. Seit der Wiedervereinigung wurden in Sachsen etwa 400 Flurbereinigungsverfahren angeordnet mit einer Fläche von circa 213 000 Hektar. Davon wurden 181 Verfahren bereits abgeschlossen. Von Hannelore Grogorick

Der sächsische Staatssekretär Dr. Frank Pfeil informierte sich am Dienstag vor Ort über den erfolgreichen Abschluss des Flurbereinigungsverfahrens Koselitz (Landkreis Meißen). Während des Verfahrens wurde in den vergangenen Jahren ein Gebiet von rund 600 Hektar neu geordnet. Insgesamt wurden knapp 1,9 Millionen Euro investiert – 90 Prozent der Mittel wurden durch Zuschüsse des Bundes und des Freistaates Sachsen abgedeckt. Darüber informiert das Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.

„Die Flurbereinigung ist ein wesentliches Instrument, um den ländlichen Raum großflächig ordnen zu können und an neue Bedürfnisse anzupassen. Geregelte Eigentumsverhältnisse und klare Grundstücksgrenzen sind beste Voraussetzungen für eine weitere Nutzung der Flächen und wichtig für die weitere Entwicklung der Region“, sagte Staatssekretär Dr. Pfeil.

Ein Schwerpunkt der Maßnahmen lag im ländlichen Wegebau. Dabei wurde der Ausbau der Wege dergestalt variiert, dass die Interessen der Landwirtschaft, der Radfahrer und Fußgänger mit den Anforderungen des Naturschutzes in Einklang gebracht wurden. Es wurden nur wenige Hauptwirtschaftswege asphaltiert und vielmehr auf Pflasterspurwege oder unbefestigte Schotterwege zurückgegriffen. Mit der Anlage einer Feldhecke und weiteren Pflanzungen am Ortsrand wurden wichtige Biotope für Vögel und Insekten geschaffen. Wesentlich ist dabei, dass die Planung in enger Abstimmung mit den Landwirten erfolgte.Die Beteiligung aller Akteure in einem Gebiet entschärft Landnutzungskonflikte, die teilweise schon seit Generationen bestehen und ermöglicht einvernehmliche Lösungen. Viele Maßnahmen konnten nur umgesetzt werden, weil durch die Flurbereinigung die Struktur der Grundstücke und deren Grenzen komplett neu gestaltet wurden. Für die Vorteile, die jeder durch die Neuordnung seiner Grundstücke erlangt, müssen im Gegenzug geringe Flächenanteile kostenfrei abgegeben werden. Damit werden die Flächen bereitgestellt, die notwendig sind, um die gemeinschaftlichen Maßnahmen umzusetzen, wie Wege oder Bepflanzungen.

Für gemeinschaftliche Anlagen im Ergebnis eines Flurbereinigungsverfahrens stellen der Bund und der Freistaat Sachsen jährlich zwischen sechs und sieben Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) als Zuschuss zur Verfügung.

Seit der Wiedervereinigung wurden in Sachsen etwa 400 Flurbereinigungsverfahren angeordnet mit einer Fläche von circa 213 000 Hektar. Davon wurden 181 Verfahren bereits abgeschlossen. Derzeit werden sachsenweit 220 Flurbereinigungsverfahren mit einer Gesamtfläche von knapp 200 000 Hektar bearbeitet, also mehr als zehn Prozent der Landesfläche. An diesen Verfahren sind etwa 200 000 bis 300 000 Eigentümer beteiligt. Dabei geht es insbesondere um die Zusammenlegung von Flurstücken eines Eigentümers und deren Erschließung durch landwirtschaftliche Wege. Durch die Neuordnung von Eigentumsverhältnissen können Vorhaben umgesetzt werden, die aufgrund schwieriger Eigentumsverhältnisse nicht realisierbar wären.