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Streit um Liberale Frauen: Generalsekretär weist Kritik zurück

FDP-Generalsekretär Torsten Herbst hat Vorwürfe aus den Reihen der Liberalen Frauen Sachsens (LFS) wegen eines zu geringen Frauenanteils entschieden zurückgewiesen. Die Kritikerin Ingrid Alice Mayer sei „nicht ordnungsgemäß gewählte Vorsitzende der Liberalen Frauen Sachsen”, so Herbst. Von Sven Heitkamp

Bei einer Wahl für das Amt Ende Januar habe sie gegen die Landtagsabgeordnete Anja Jonas verloren. "Diese Niederlage war das Ergebnis der massiven Unzufriedenheit der LFS mit der Arbeit Mayers. Sie begriff die Vereinigung als eine Art Privatveranstaltung im Kreise eines halben Dutzends von Mitstreiterinnen”, so Herbst. Mayer hatte im Gespräch mit der RUNDSCHAU einen höheren Frauenanteil unter anderem in der Fraktion verlangt und Parteichef Holger Zastrow vorgeworfen, Frauenpolitik sei "nicht gerade seine Domäne”.Herbst erklärte indes, Mayer habe "immer wieder die satzungsgemäß vorgeschriebenen Wahlen des Vorstands der LFS verhindert”. Zum Erhalt ihres Vorsitzes habe sie auch die Neuaufnahme ihr unliebsamer Frauen verhindert. Der Vorstand der Bundesvereinigung Liberaler Frauen habe mehrfach Satzungsverstöße gerügt. Eine Legitimation, für die über 550 Frauen im FDP-Landesverband zu sprechen, habe die LFS ohnehin nie gehabt. Mayers Motive seien "ein persönlicher Rachefeldzug” gegen die Parteispitze. Als Landesbeamtin habe sie sich mehrfach an FDP-Spitzenpolitiker mit der Bitte um eine Beförderung gewandt. Herbst: "Selbstverständlich wurde dieses Ansinnen abgelehnt." Herbsts Kritik weist Mayer zurück. Die Neuwahl der Landesvorsitzenden sei nicht ordnungsgemäß zustande gekommen. Ende März werde es eine neue Mitgliederversammlung geben. "Ich betreibe keinen Rachefeldzug”, so Mayer. "Es ist meine Aufgabe, zur Repräsentation von Frauen an der Spitze der Partei Stellung zu nehmen.” Mayer ist seit November 2006 gewählt. Ihr Bundesverband hat sie inzwischen ultimativ aufgefordert, bis 31. März erneut Vorstandswahlen abzuhalten.