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Streit um ein Flatterband

Dresden. Es war ein Bild, das unweigerlich zum Schmunzeln angeregt hat. Während sich die Pegida-Redner auf der Bühne lauthals über Dresdner Unternehmen – allen voran Volkswagen – beschwerten, die ihren Mitarbeitern eine Teilnahme an den Kundgebungen mehr oder weniger offiziell untersagen würden, flatterte im hinteren Teil der Bühne ein Absperrband mit dem Volkswagen-Logo, das die zwei Fahrzeuge (beide VW) der Pegida-Teilnehmer vom Versammlungsplatz abgrenzen sollte.

Wenig überraschend, dass der Konzern sein Werbeband nicht freiwillig für die Pegida-Kundgebung zur Verfügung gestellt hatte. Wenig überraschend auch, dass VW erzürnt reagiert hat über die Verwendung der Markenwerbung im Zusammenhang mit der islamkritischen Bewegung. VW kündigte an, sich rechtliche Schritte vorzuenthalten. Das Band sei nicht im Handel erhältlich gewesen, muss also vermutlich durch einen Mitarbeiter zum Veranstaltungsort gebracht worden sein.
Wie genau die rechtlichen Mittel aussehen würden oder ob das Unternehmen bereits solche gegangen ist, wollte VW-Sachsen-Sprecher Gunter Sandemann gegenüber der RUNDSCHAU nicht sagen. Auch zum Vorwurf von Pegida, das Unternehmen untersage es den Mitarbeitern, die Kundgebungen zu besuchen, äußert sich Sandemann nicht. Gleichzeitig stellt er klar, dass bei Volkswagen der Grundsatz der Toleranz gelte: "Volkswagen steht für ein offenes und freundliches Miteinander und distanziert sich von jeglicher Art der Diskriminierung - sei es wegen des Geschlechtes, der Abstammung, der Sprache, der Heimat und Herkunft, des Glaubens, der religiösen oder politischen Anschauungen oder der sexuellen Orientierung", so Sandemann. Holger Bachmann hat Medienberichten zufolge abgestritten, dass das Band vom Pegida-Verein genutzt worden sei. Dafür, so Bachmann, seien wahrscheinlich die Ordner verantwortlich. VW hatte, wie andere Dresdner Unternehmen, die Lichter im Werk abgeschaltet während der Pegida-Kundgebung, um sich von den Islamkritikern zu distanzieren.