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| 01:32 Uhr

Strafbefehl gegen Reporter sorgt für Protest des DJV

Dresden. Sachsens Journalistenverband prangert die gerichtliche Strafverfolgung eines Reporters an. Ein vom Amtsgericht Weißwasser erlassener Strafbefehl gegen den Journalisten sei eine völlig unangemessene Reaktion auf dessen Fragen an einen Richter, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) Sachsen, Michael Hiller, am Freitag in Dresden. dapd/jpr



Laut Strafbefehl soll der Journalist den Richter beleidigt haben. Der Reporter soll demzufolge dem am Amtsgericht Weißwasser tätigen Richter vorgeworfen haben, unter anderem nebenberuflich Spezial-Flugreisen nach Thailand anzubieten. Dies enthalte die ehrverletzende Unterstellung, der Richter würde im Bereich des Sex-Tourismus tätig sein, heißt es in dem Strafbefehl.

Michael Hiller sagte, der freiberufliche und nicht aus Sachsen stammende Journalist habe sehr weitgehend formulierte Fragen gestellt. Tatsachenbehauptungen, wie im Strafbefehl vorgeworfen, habe es aber nicht gegeben. Allerdings habe er auch kein vollständiges Bild von dem Fall, räumte Hiller ein. Auffällig sei, dass zwischen dem Strafbefehl und den Anfragen mehr als ein Jahr liege. Ob es in dieser Zeit Kontakte zwischen Reporter und Gericht gab, sei unklar.