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| 19:00 Uhr

Geschichte
Steinzeit-Boot „Abora“ soll im Juli in See stechen

 Dominique Görlitz: Abora soll auch eine Friedensbotschaft in die Welt tragen.
Dominique Görlitz: Abora soll auch eine Friedensbotschaft in die Welt tragen. FOTO: ZB / Jan Woitas
Stollberg. Der Countdown für die vierte „Abora“-Expedition läuft: Das Schilfboot soll Anfang Juli im Schwarzen Meer die Segel setzen. „In den kommenden zwei Wochen wird sich entscheiden, ob wir wie geplant in Sotschi starten können“, sagte Experimental-Archäologe Dominique Görlitz am Montag in Stollberg. dpa

Derzeit telefoniere er fast täglich mit russischen Behörden, um eine Genehmigung für das Projekt zu erhalten. Wenn daraus nichts werde, solle das nach prähistorischem Vorbild gebaute Boot im bulgarischen Varna in See stechen.

Rund 3000 Kilometer über das Schwarze Meer, durch den Bosporus bis ins Mittelmeer nach Kreta liegen vor dem zwölfköpfigen Team aus acht Nationen. Insgesamt sind den Angaben zufolge rund 30 Menschen in das Projekt involviert. Mit der neuen Expedition will Görlitz alte Handelsrouten nachweisen. Diese seien ein Beleg dafür, dass die Menschheit sich schon immer über Grenzen hinweg ausgetauscht habe.

Noch wartet das bislang nur in Teilen vorgefertigte Boot allerdings in Bolivien auf seine Ausfuhr. Dort wurden die einzelnen Komponenten von Aymara-Indios aus Teichsimse hergestellt. Nun gebe es auch noch Probleme mit dem Containerschiff, das das Boot nach Europa bringen soll. Dennoch geht Görlitz davon aus, dass der weitere Zeitplan zu halten ist. Demnach soll das Schilfboot im Mai zusammengebaut werden. Für Juni sind Testfahrten vorgesehen, bevor dann Anfang Juli der Startschuss fallen müsse.

Noch länger könne die Expedition nicht warten. Das habe einerseits witterungsbedingte Gründe. Andererseits hätten alle Beteiligten auch noch einen „normalen“ Job und könnten die etwa zweimonatige Fahrt nicht beliebig nach hinten verschieben.

Es ist bereits das vierte Projekt dieser Art. Mit „Abora I“ segelte Görlitz bereits 1999 von Sardinien über Korsika bis Elba. Zuletzt erforschte das Team die Segelfähigkeit eines prähistorischen Rahseglers im Nordatlantik. Im Nachgang der Überfahrt soll in Stollberg im Schloss Hoheneck eine interaktive Ausstellung über die Mission und die Forschungsarbeit des Teams eingerichtet werden.

 Dominique Görlitz: „Abora“ soll auch eine Friedensbotschaft in die Welt tragen.
Dominique Görlitz: „Abora“ soll auch eine Friedensbotschaft in die Welt tragen. FOTO: ZB / Jan Woitas