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| 18:20 Uhr

Urteil
Steinewerfer nach linken Krawallen verurteilt

Leipzig. Zerstörte Fensterscheiben, Attacken auf Polizeiwagen, Banken und Gerichtsgebäude, etwa 35 000 Euro Schaden: Nach Ausschreitungen mutmaßlicher Linksautonomer in Leipzig ist ein 24-Jähriger wegen Landfriedensbruchs zu einem Jahr und sieben Monaten Haft verurteilt worden. Außerdem habe sich der Angeklagte der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, urteilte das Landgericht Leipzig am Donnerstag. Dennoch blieben die Richter vier Monate unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß. Die Verteidigung hatte zuvor auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. dpa

Zerstörte Fensterscheiben, Attacken auf Polizeiwagen, Banken und Gerichtsgebäude, etwa 35 000 Euro Schaden: Nach Ausschreitungen mutmaßlicher Linksautonomer in Leipzig ist ein 24-Jähriger wegen Landfriedensbruchs zu einem Jahr und sieben Monaten Haft verurteilt worden. Außerdem habe sich der Angeklagte der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, urteilte das Landgericht Leipzig am Donnerstag. Dennoch blieben die Richter vier Monate unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß. Die Verteidigung hatte zuvor auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zum Abschluss des Berufungsverfahrens sah es die Strafkammer als erwiesen an, dass der Student bei den Krawallen im Januar 2015 je einen Stein auf das Amtsgericht und einen Friseursalon in der Leipziger Innenstadt geworfen hatte. Eine Bewährung schloss der Vorsitzende Richter unter anderem in Hinblick auf die Vorstrafen des Angeklagten aus. Der 24-Jährige musste bereits wegen eines früheren Vergehens eine Haftstrafe verbüßen. Auch eine positive Sozialprognose zweifelte die Kammer an.

Der Angeklagte selbst äußerte sich am Donnerstag zum ersten Mal in dem Berufungsprozess und gab anders als noch in den Verhandlungen am Amtsgericht an, zumindest zeitweise an der Demonstration teilgenommen zu haben. Als eine Bankfiliale in der Innenstadt mit Steinen angegriffen worden war, habe er sich von der Menschengruppe entfernt. Selber habe er keine Steine geworfen.

Dennoch stellten Beamte später genetische Spuren des 24-Jährigen an zwei Steinen sicher. Dass die DNA, wie der Angeklagte vermutet, durchs Niesen auf die Wurfgeschosse gelangte, hielt die Kammer für unwahrscheinlich – unter anderem, weil beide Fundorte einige Kilometer voneinander entfernt liegen.