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Bahnverkehr
Städtebahn stellt Zugbetrieb ein

Bäume und Sträucher links und rechts der Schienen werden für die Bahn immer mehr zum Problem. Besonders schlimm war es im Oktober 2017, als durch die Herbststürme „Xavier“ und „Herwart“ etliche Bäume auf die Gleise stürzten und so den Zugverkehr wie hier im brandenburgischen Bötzow blockierten.
Bäume und Sträucher links und rechts der Schienen werden für die Bahn immer mehr zum Problem. Besonders schlimm war es im Oktober 2017, als durch die Herbststürme „Xavier“ und „Herwart“ etliche Bäume auf die Gleise stürzten und so den Zugverkehr wie hier im brandenburgischen Bötzow blockierten. FOTO: Bernd Settnik / dpa
Dresden. Eisenbahnstrecken auch in der Lausitz wachsen zu. DB Netz AG weist Vorwürfe zurück.

Die Städtebahn Sachsen GmbH zieht die Notbremse. Nach massiven Problemen mit umgestürzten Bäumen auf Strecken in der Lausitz – nach Königsbrück und Kamenz – wird ab sofort der Zugverkehr zwischen Heidenau und Altenberg eingestellt, stattdessen fahren Busse. „Die Betriebssicherheit durch den Infrastrukturbetreiber DB Netz AG wird nicht mehr gewährleistet“, teilte am Mittwoch Städtebahn-Geschäftsführer Torsten Sewerin mit.

Ein Lokführer, der regelmäßig Dienste auf besagtem Streckenabschnitt tut, sagt: „Ich bin sehr verunsichert, nach Altenberg zu fahren. Hinter jeder Kurve erwarte ich einen umgefallenen Baum. Die Strecken sind zugewachsen, und es muss nachhaltig etwas unternommen werden.“ Tatsächlich sei es so, dass der Regionalbereich Südost der DB Netz AG budgetseitig überfordert ist und keine Mittel, weder finanziell noch personell, zur Verfügung habe, um den Vegetationsrückschnitt vorzunehmen. Sie seien aber laut Allgemeinem Eisenbahngesetz dazu verpflichtet, sagt Sewerin.

Die DB Netz AG hat gegenüber der RUNDSCHAU erklärt, dass umgestürzte Bäume auf der Strecke die Folge eines Sturms am 9. Januar gewesen seien. Man habe „sofort gehandelt“ und mit der Beräumung begonnen. Aktuell werde die Vegetation in den relevanten Bereichen unabhängig von den Besitzverhältnissen entfernt und Bäume, die sich durch den Sturm nicht mehr als standsicher zeigen, gefällt.

Den Vorwurf der Städtebahn Sachsen GmbH weist die DB Netz AG entschieden zurück.