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Dach überm Kopf
Zusätzliche Hilfe für Obdachlose

Ein Besucher des Nachtcafés der St. Petrus Gemeinde in Dresden-Strehlen findet unter Decken auf einer Matte in den Räumlichkeiten der Gemeinde einen warmen Platz zum Schlafen.
Ein Besucher des Nachtcafés der St. Petrus Gemeinde in Dresden-Strehlen findet unter Decken auf einer Matte in den Räumlichkeiten der Gemeinde einen warmen Platz zum Schlafen. FOTO: Arno Burgi / dpa
Leipzig . Für Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, kann eine warme Unterkunft im Winter überlebenswichtig sein. Städte, Kirchen und Verbände in Sachsen auf Kälte vorbereitet.

Bei fallenden Temperaturen droht wohnungslosen Menschen Gefahr für Leib und Leben. Sachsens Städte bieten deshalb zusätzliche Unterkünfte an. Dort kümmern sich Sozialarbeiter um die Obdachlosen und vermitteln sie bei Bedarf an Beratungsstellen, Ärzte und Therapieeinrichtungen.

„Wie in den letzten Wintern stehen von Dezember bis März zehn zusätzliche Notschlafplätze zur Verfügung“, sagte Dresdens Sozialbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann. Insgesamt gebe es im Winter Schlafgelegenheiten für bis zu 360 wohnungslose Menschen. Wer keine städtischen Angebote nutzen möchte, könne in den ökumenischen Nachtcafés der Kirchengemeinden eine Bleibe finden. Seit Anfang November bekämen Betroffene dort Getränke, eine warme Mahlzeit und ein Frühstück. Sie könnten dort auch duschen und Wäsche waschen. Dafür zahlen sie laut Kaufmann einen Euro pro Nacht.

In Görlitz betreut die Stadt ganzjährig etwa 50 Obdachlose in einer Unterkunft in der Innenstadt. Mehrere Sozialarbeiter stünden dort zur Verfügung, teilte eine Sprecherin der Stadtverwaltung mit. Zusätzlich betreibe die Kommune eine Notschlafstelle, in der maximal sechs Menschen kurzfristig untergebracht werden könnten. Die meisten Nutzer kämen aus der Region Görlitz. Ausländische Wohnungslose, etwa aus Polen, seien eher die Ausnahme. Görlitz habe die erste Bahnhofsmission in Ostdeutschland etabliert, die bis heute arbeitet. Dort erhielten nicht nur Reisende, sondern auch Obdachlose Hilfe.In Leipzig ist die Zahl der eine Gemeinschaftsunterkunft nutzenden Obdachlosen in den vergangenen Jahren gestiegen. Waren es 2015 noch 553 Menschen, sind es in diesem Jahr bereits 625, wie das Sozialamt mitteilte. In der kalten Jahreszeit sei deshalb die Zahl der regulären 87 Plätze um 18 erweitert worden. Die Stadt bittet auch die Bürger um Hilfe: Sie sollen Menschen, die sich beispielsweise in Abrisshäusern oder ungesicherten Unterkünften aufhalten, auf die Angebote der Stadt hinweisen und das Sozialamt informieren.

Chemnitz erhöht bei Bedarf die Zahl der Betten in den Unterkünften von derzeit 14, sagte ein Sprecher. Keiner müsse auf der Straße schlafen. Komme es trotzdem dazu, geschehe das freiwillig. Zusätzliche Angebote, etwa bei Beratung und ärztlicher Betreuung, hielten die Heilsarmee und die Bahnhofsmission bereit.

Nach Angaben der Stadt Plauen ist es derzeit nicht notwendig, zusätzliche Plätze im Winter bereitzustellen. Die Kapazität in den drei Einrichtungen für Wohnungslose reiche mit 83 Betten aus. Das liege auch daran, dass die Zahl der Obdachlosen wegen Zwangsräumungen in den zurückliegenden Jahren nicht gestiegen sei. Im Jahre 2014 seien 67 Menschen davon betroffen gewesen, in diesem Jahr würden es voraussichtlich 58 sein.

(dpa)