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| 20:11 Uhr

Sachsen
Staatsanwaltschaft Dresden stellt sich neu auf

  Die Pflegebedürftigkeit und Gebrechlichkeit alter Menschen wird ausgenutzt, um bei den Abrechnungen für die Behandlungen zu betrügen.
Die Pflegebedürftigkeit und Gebrechlichkeit alter Menschen wird ausgenutzt, um bei den Abrechnungen für die Behandlungen zu betrügen. FOTO: dpa / Angelika Warmuth
Dresden. Cybercrime, Pflegebetrug, schwere Kapitalstraftaten: Die Kriminalität verändert sich, jetzt reagieren die Ermittler.

Mit neu eingerichteten Spezialabteilungen will die Dresdner Staatsanwaltschaft Kriminalität künftig effektiver bekämpfen. Vor alle gehe es darum, für schwere Verbrechen im Wirtschaftsbereich, Kapitaldelikte und Phänomene wie Cyberkriminalität und Betrug im Gesundheitswesen gerüstet zu sein, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus Rövekamp am Montag in Dresden. Dafür wurden drei neue Abteilungen mit jeweils vier bis acht Staatsanwälten eingerichtet. Im Juni soll eine weitere für die Bekämpfung organisierter internationaler Kriminalität hinzukommen. Damit sei die 2018 begonnene Neuausrichtung weitestgehend abgeschlossen, so Rövekamp. „Ich möchte die Behörde gewappnet sehen.“

Die Umstrukturierung solle auch dazu dienen, die Verfahren künftig schneller abzuarbeiten. Pro Monat gehen bei der Staatsanwaltschaft Dresden den Angaben zufolge rund 5000 Verfahren ein, etwa 8500 sind derzeit insgesamt unerledigt. Zu Beginn der Umstrukturierung im Januar vergangenen Jahres waren es noch rund 9800 unerledigte Verfahren. Auch personell wurde aufgerüstet: Ende 2018 arbeiteten 98 Staatsanwälte in der Behörde, 2013 waren es noch 82. Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) sieht die Dresdner Staatsanwaltschaft damit gut besetzt, um schwere Kriminalität „nachhaltig und effektiv“ zu bekämpfen.

Rövekamp sieht gerade in Sachen Abrechnungsbetrug bei Heilbehandlungen und in der Pflege viel Arbeit auf seine Behörde zukommen. Bundesweit gehe es um Milliardenschäden, auch in Sachsen habe es bereits einige größere Fälle gegeben. Auch auf die Neuregelung zur Vermögensabschöpfung von 2017 habe die Staatsanwaltschaft mit neuen Aufgaben und Abläufen reagieren müssen. Die Neuregelung soll dem Staat mehr Möglichkeiten geben, durch Verbrechen zusammengetragenes Vermögen zu beschlagnahmen. Rövekamp verwies dabei auf erste Erfolge: Von Januar bis März wurden Vermögenswerte in Höhe von 1,5 Millionen Euro abgeschöpft, im April und Mai war es insgesamt rund eine Million Euro.

(dpa/bl)