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Staatsanwalt ermittelt zu Video nach Brandanschlag in Bautzen

Das ehemalige Hotel "Husarenhof" in Bautzen brannte in der Nacht zum 22. Februar ab. Es war als Asylunterkunft vorgesehen.
Das ehemalige Hotel "Husarenhof" in Bautzen brannte in der Nacht zum 22. Februar ab. Es war als Asylunterkunft vorgesehen. FOTO: dpa
Bautzen/Görlitz. Ein knappes Jahr nach dem Brandanschlag auf den zur Flüchtlingsunterkunft umgebauten Husarenhof in Bautzen ist ein schockierendes Handyvideo aufgetaucht. Es wurde am Mittwochabend vom MDR-Magazin „Exakt“ gezeigt und beschäftigt nun die Staatsanwaltschaft in Görlitz. dpa

Das Video soll von einem Dachdecker stammen, der die beim Brand verursachten Schäden in dem früheren Hotel Husarenhof dokumentiert und seinen Rundgang mit den Worten „Kameraden, Sieg Heil! Gute Arbeit geleistet“ kommentiert. Beim Anblick eines von den Flammen zerstörten Raumes sagt er: „Hier, das können sie noch bewohnen, die Kanaken.“ Nach den Worten des Görlitzer Staatsanwaltes Till Neumann wird wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

Nach MDR-Angaben hat die Baufirma bestätigt, dass ein Mitarbeiter das Video vor Monaten anfertigte. Ihm sei bereits gekündigt worden, hieß es.

Im November waren zwei 21 Jahre alte Männer vom Amtsgericht Bautzen zu Haftstrafen verurteilt worden, weil sie in der Brandnacht am Husarenhof Platzverweise ignorierten und Polizisten anpöbelten und sogar angriffen. Die Verurteilten müssen für zweieinhalb beziehungsweise drei Jahre ins Gefängnis. Wer den Brand im Husarenhof legte, ist bisher unklar. Im Dezember war ein Brandanschlag auf eine weitere Flüchtlingsunterkunft in Bautzen verübt worden.