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| 20:01 Uhr

SPD präsentiert Plakate zur Landtagswahl
Der Kampf um die Herzen der Sachsen

  Der 45-jährige Martin Dulig ist mittler­weile in Sachsen bekannt und durchaus auch beliebt.
Der 45-jährige Martin Dulig ist mittler­weile in Sachsen bekannt und durchaus auch beliebt. FOTO: ZB / Sebastian Kahnert
Dresden. Die Umfragen sind schlecht und aus dem Bund kommt wenig Hilfreiches. Trotzdem will die SPD gute Stimmung verbreiten. Von Christine Keilholz

Martin Dulig setzt auf die Herzen der Menschen. Mit ihm an der Spitze zieht Sachsens SPD in einen Landtagswahlkampf, der den Menschen in Sachsen ihr Lächeln zurückgeben will. Demnächst wird der Spitzenkandidat auf großformatigen Plakaten zu sehen sein, mit Kindern und zufriedenen Senioren. Die Kampagne, die der Landesverband am Montag in Dresden vorstellte, dreht sich ganz um den größten Pluspunkt, den die Genossen im Freistaat haben. Das ist Martin Dulig.

Zuletzt 8,6 Prozent eingefahren

Lange her, dass der 45-Jährige in einen Wahlkampf zog mit dem Slogan „Kennen Sie diesen Mann?“ Das war bei der Landtagswahl vor fünf Jahren. Damals war die CDU noch unangefochtene Regierungspartei und die SPD mit zwölf Prozent ein nicht großer, aber sicherer Koalitionspartner. Inzwischen bangt die CDU um ihre Mehrheit und die SPD hat zuletzt bei der Europawahl schlappe 8,6 Prozent eingefahren. Nach derzeitigen Umfragen, die die Genossen bei neun Prozent sehen, reicht es nach der Landtagswahl am 1. September nicht mehr für ein schwarz-rotes Bündnis. Die SPD muss also alles geben in diesem Wahlkampf.

Helfen sollen freundliche Töne. Die Sozialdemokraten wollen Zuversicht verbreiten und für einen neuen Aufbruch in Sachsen mobilisieren. „Es ist Dein Land“, lautet die zentrale Botschaft, die Dulig verbreiten will.

Mittlerweile kennt ihn jeder. Der sechsfache Vater aus Moritzburg ist Beauftragter der SPD für Ostdeutschland und wird als Kandidat für die Parteispitze gehandelt. In fünf Jahren Regierung hat er Profil gewonnen. In einer Umfrage des MDR bekannten kürzlich 47 Prozent der Sachsen ihre Zufriedenheit mit dem Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsidenten Dulig. Die sächsische Erfahrung zeigt zudem, dass erfolgreiche Landtagswahlkämpfe auf Personen zugeschnitten sind. Bei den Themen konzentriert sich die SPD auf Rente, Bildung und Mobilität. Die SPD-Plakate nehmen die Forderung nach Gemeinschaftsschulen genauso auf wie die nach guten Zugverbindungen.

Thomas Baum will sein Mandat verteidigen

Strittige Themen wie den Braunkohleausstieg lässt die SPD-Kampagne allerdings außen vor. Ohne den wird aber in der Lausitz nichts gehen, weiß der Landtagsabgeordnete Thomas Baum aus der Region Weißwasser. Der 54-Jährige will sein Mandat verteidigen – unter schwierigen Bedingungen. Mit Listenplatz 16 ist sein Wiedereinzug ins Landesparlament unsicher. 2014 kam die SPD mit 12,4 Prozent auf 18 Sitze – dafür wird es diesmal wohl nicht reichen.

Der Bad Muskauer Baum setzt auf das Direktmandat im Wahlkreis Görlitz 1. „Ich werde den Heimatbegriff stärker betonen als die Kollegen in den großen Städten“, sagt er. Und er will für den Kohlekompromiss werben, mit dem sich Bund und Länder auf einen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung für das Jahr 2038 geeinigt haben. Es mache ihn traurig, „dass Andrea Nahles so kaltgestellt wurde“. Die zurückgetretene SPD-Vorsitzende habe schließlich den Kompromiss in den Koalitionsverhandlungen durchgesetzt.