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| 01:10 Uhr

SPD fordert neue Lehrstellen-Offensive

Dresden.. Die SPD im Landtag hat eine neue Offensive zur Lösung der Lehrstellenmisere gefordert.

"Wer jetzt nicht verstärkt Ausbildungsplätze schafft, würgt 2006 die Wirtschaft Sachsens ab", sagte SPD-Fraktionschef Thomas Jurk gestern im Landtag mit Verweis auf die demografische Entwicklung.
Im Freistaat haben derzeit rund 27 000 Jugendliche noch keinen Ausbildungsplatz. Ihnen stehen noch etwa 5000 Lehrstellen offen. Hinzu kommen noch 3000 Stellen, die durch das Bund-Länderprogramm angeboten werden.
Jurk erinnerte daran, dass der Übergang von der Schule ins Berufsleben der kritischste Punkt im Leben junger Menschen ist. "Wem der Weg ins Berufsleben zum Hindernislauf mit Sackgasse gemacht wird, der trägt den Stempel des Verlierers tief in sich - mit allen Konsequenzen für sich und die Gesellschaft", sagte er. Die Staatsregierung müsse eine massive öffentliche Kampagne für die Schaffung zusätzlicher Lehrstellen schaffen.
Die PDS-Abgeordnete Regina Schulz stimmte den Forderungen der SPD prinzipiell zu, bemängelte aber den späten Zeitpunkt der Initiative. Bevor diese im Parlament behandelt sei, wäre die erste Hälfte des Ausbildungsjahres schon vorbei. Nach Ansicht von Schulz muss die Wirtschaft überzeugt oder gezwungen werden, mehr Ausbildungsplätze bereitzustellen.
Wirtschaftsminister Martin Gillo (CDU) lehnte eine Zwangsabgabe der Firmen für Ausbildungsplätze strikt ab. Sie würde zu einer "Verbürokratisierung" der Ausbildung führen und die Kosten für die Unternehmen erhöhen. Außerdem sei damit ein "Ablasseffekt verbunden. Er wolle nicht, dass sich Unternehmen von der Verantwortung zur Ausbildung frei kaufen können und damit ein gutes Gewissen erlangen. Nach Ansicht Gillos bleibt die Erstausbildung eine primäre Aufgabe der Wirtschaft. In schwierigen Zeiten würden sich manche Unternehmen allerdings nicht in der Lage sehen, Lehrstellen anzubieten. Der Staat könne das nicht kompensieren. (dpa/bra)